Tipps zum Schutz vor schlechten Investments

Die wichtigsten Infos und Tipps zum Schutz vor schlechten Investments 

Waghalsige Immobilienfinanzierungen, undurchsichtige Fonds oder kaum durchschaubare Unternehmensbeteiligungen, die Liste von fragwürdigen Investmentangeboten ließe sich lange fortsetzen.

Vor allem am sogenannten grauen Kapitalmarkt locken zahllose Anbieter mit Investments, die sich schnell als teure Fehlentscheidung herausstellen können.

In den vergangenen Jahren hat der Gesetzgeber dem Graumarkt zwar etwas Einhalt geboten, wer aber abseits der klassischen Vertriebswege in Finanzprodukte investiert, geht ein höheres Risiko ein. Im Gegenzug bedeutet das allerdings nicht, dass nicht auch auf klassischen Vertriebswegen schlechte Investments angeboten werden, nur hat der Verbraucher am regulierten Markt umfangreichere Rechte.

Die beste Strategie ist und bleibt jedoch, gar nicht erst in schlechte Angebote zu investieren und wie sich der Anleger davor schützen kann, fasst die folgende Übersicht mit den wichtigsten Infos und Tipps zum Schutz vor schlechten Investments zusammen: 

Nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken sehen.

Im Zusammenhang mit Investments und Geldanlagen gibt es eine ganz einfache Grundregel. Diese besagt, dass jede Chance immer auch mit einem Risiko verbunden ist und je höher die Chancen sind, desto höher sind auch die Risiken.

Es gibt kein Investment, das völlig risikolos hohe Gewinne in Aussicht stellt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sein Kapital auf ein Sparbuch einzahlen. Dieses bietet einen Rundumschutz, dafür aber auch nur sehr überschaubare Zinsen. Höhere Gewinne sind möglich, wenn das Kapital beispielsweise als Tagesgeld, in einen Fonds oder in Aktien angelegt wird. Aber die höheren Renditechancen gehen zulasten der Sicherheit.

Anlegern wird immer wieder erzählt, dass eine moderne Finanzplanung die Chancen erhöhen und die Risiken gleichzeitig senken kann. In der Praxis bewahrheiten sich solche Versprechen aber nicht, so dass Anleger genau abwägen sollten, wie viel Risiko sie eingehen können und wollen. 

Verkäufer nicht mit Beratern verwechseln.

Anbieter von Investments analysieren die Finanzsituation eines interessierten Kunden, stellen ihm unterschiedliche Produkte vor und erklären ihm Anlageobjekte und Versicherungen. Sie beantworten geduldig seine Fragen und weisen ihn immer wieder auf die Vorteile hin, die er sich durch einen Vertragsabschluss sichern kann.

Viele Anleger übersehen dabei aber, dass ihr Gegenüber keineswegs ein objektiver Berater ist, sondern vielmehr ein Verkäufer, der seine eigenen Interessen verfolgt.

Das bedeutet nicht, dass die Beratung nicht auch gut sein kann, aber sie ist eben nicht objektiv, sondern soll zu einem Abschluss führen, durch den sich der vermeintliche Berater Gebühren und Provisionen sichert. 

Niemals vorschnell entscheiden.

Es gibt zwei beliebte Methoden, um schlechte Investments an den Mann zu bringen. Zum einen ist dies die Überrumplungstaktik und zum anderen der Appell an den Jagdinstinkt. Bei der Überrumplungstaktik wird üblicherweise mit dem Telefon oder mit einem persönlichen Besuch gearbeitet. Kurz vor Feierabend, zu einer Zeit, in der niemand damit rechnet, oder zu einem Zeitpunkt, von dem bekannt ist, dass keine Zeit für lange und ausführliche Gespräche ist, wird ein phantastisches Angebot vorgestellt, das sich der Anleger auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Um den Jagdinstinkt zu wecken, wird mit Angeboten gearbeitet, die exklusiv nur sehr wenigen Anlegern vorgestellt werden, die heiß begehrt sind oder die nur für kurze Zeit und in einer geringen Menge zur Verfügung stehen. In beiden Fällen gilt, dass sich der Anleger auf keinen Fall blenden lassen sollte.

Wäre das Produkt so phantastisch, müsste es nicht in den höchsten Tönen angepriesen werden, sondern wäre schon längst verkauft. Für alle Finanzentscheidungen gilt, dass sich der Anleger die notwendige Zeit nehmen sollte, um sich das Produkt genau anzuschauen.    

Nur Geld investieren, das vorhanden ist.

Eine weitere, recht einfache und eigentlich auch logische Grundregel ist, dass Anleger nur das Geld investieren sollten, das sie tatsächlich haben. Angetan von vermeintlich lukrativen Investments ist aber oft der Fall, dass Investoren fremdfinanziert anlegen.

Das bedeutet, sie nehmen einen Kredit auf, um dieses Geld dann in ein Finanzprodukt zu investieren. Gleichzeitig werden den Anlegern als weiterer Pluspunkt hohe Steuerersparnisse versprochen. Es ist richtig, dass die Zinsen für den Kredit von der Steuer abgesetzt werden können.

Trotzdem ist eine solche Anlagestrategie, sofern überhaupt, nur für erfahrene Investoren geeignet, die aufgrund ihres hohen Einkommens hoch besteuert sind und Verluste problemlos mit eigenen finanziellen Rücklagen ausgleichen können.   

Mögliche Steuerersparnisse sind kein Argument.

Wird mit Steuerersparnissen argumentiert, scheinen viele Anleger alle anderen Kriterien auszublenden, so dass auch Anbieter schlechter Investments hier leichtes Spiel haben. Natürlich ist es positiv, wenn durch ein Investment nicht nur Gewinne erwirtschaftet, sondern auch die Steuerlast gesenkt werden kann. Aber mögliche Steuerersparnisse sollten nie der Hauptgrund sein, um sich für oder gegen ein Investment zu entscheiden.

Mögliche Steuereinsparungen sind bestenfalls ein zusätzlicher Pluspunkt, aber grundsätzlich muss sich ein Investment auch dann lohnen, wenn es nicht zu dem erhofften Steuerrabatt kommt. Zudem macht es wenig Sinn, Steuerersparnisse fest in ein längerfristiges Investment einzurechnen.

Dies liegt zum einen daran, dass sich die Steuergesetzte jederzeit und auch rückwirkend ändern können. Zum anderen hängt der persönliche Steuersatz von der Einkommenshöhe ab und auch diese kann sich durch beispielsweise eine Hochzeit, Kinder, eine Scheidung oder einen anderen Job jederzeit ändern.   

Nicht nur auf Worte und Versprechen vertrauen.

Natürlich wird jemand, der ein Finanzprodukt, eine Versicherung oder eine Unternehmensbeteiligung verkaufen möchte, in erster Linie auf die positiven Aspekte hinweisen. Aber ein seriöser Anbieter wird sich auch kritischen Fragen stellen und nichts dagegen einzuwenden haben, wenn sich der Anleger Zeit lassen und eine zweite Meinung einholen möchte.

Vor allem bei langfristigen Investments und hohen Geldsummen sollte sich der Anleger diese Zeit auch nehmen. Zudem kann es nicht schaden, das Investment von einem unabhängigen Dritten wie einem neutralen Vermögensberater, einer Verbraucherzentrale oder auch einem Steuerberater bewerten zu lassen.

Unbedingt ratsam ist außerdem, sich sowohl das Beratungsprotokoll als auch Versprechen, die sich beispielsweise auf die Sicherheit des Produkts bezeihen, schriftlich und vom Berater unterschrieben aushändigen zu lassen.

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