Ausführlicher Ratgeber rund um P2P-Kredite, Teil 3

Ausführlicher Ratgeber rund um P2P-Kredite, Teil 3

Um eine Anschaffung zu finanzieren oder einen Plan umzusetzen, ist manchmal ein Kredit notwendig. Doch die Bank ist nicht immer der richtige Ansprechpartner. So gibt es Kreditnehmer, die die Voraussetzungen für ein Darlehen nicht erfüllen und deshalb keinen Kredit bekommen, während andere Kreditnehmer keinen klassischen Bankkredit aufnehmen wollen.

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Ausführlicher Ratgeber rund um P2P-Kredite, Teil 3

Für sie kann ein P2P-Kredit eine gute Alternative sein. Andersherum finden Anleger in P2P-Krediten möglicherweise ein lohnenswertes Investment.

Wir haben einen ausführlichen Ratgeber rund um P2P-Kredite erstellt. Dabei ging es zunächst um grundlegende Fragen und anschließend um die Gründe, die für ein Investment sprechen.

Hier ist der letzte Teil 3!:

Welche Risiken bergen P2P-Kredite?

Auch wenn es gute Gründe für ein Investment in P2P-Kredite gibt, ist die Anlage hochriskant. Dem Anleger muss klar sein, dass er Verluste machen und sein Kapital im schlimmsten Fall sogar komplett verlieren kann.

Vor allem bei Krediten mit Zinssätzen jenseits der Zehn-Prozent-Marke gehen die Renditechancen mit einem entsprechend hohen Risiko einher.

Insgesamt überwiegen die positiven Stimmen zwar deutlich. Trotzdem gibt es keine Garantie, dass der P2P-Kredit künftig zum Erfolgsmodell wird. Wie schnell sich die Situation ändern kann, wurde in China deutlich, als der dortige P2P-Markt im Jahr 2018 fast vollständig zusammenbrach.

Dabei lassen sich die Risiken bei Investments in P2P-Kredite anhand der Beteiligten in drei Bereiche aufteilen:

  1. Kreditnehmer

Es gibt eine ganze Branche, die sich darum kümmert, die Bonität von Kreditnehmern zu ermitteln und zu bewerten. Möchte der Anleger in P2P-Kredite investieren, sollte es also kein Problem sein, sich einen Eindruck von seinen Kreditnehmern zu verschaffen.

Funktionen wie Auto-Invest lassen diesen Aspekt aber zunehmend in den Hintergrund geraten. Ist das Anlagekapital auf eine Vielzahl von Krediten aufgeteilt, lässt sich kaum noch nachvollziehen, wer genau die Schuldner sind.

Fallen zu viele der Kreditnehmer aus, kann das Investment in die P2P-Kredite schnell zu einem Verlustgeschäft werden.

Dazu kommt dann noch das allgemeine Marktrisiko. In wirtschaftlich angespannten Zeiten erhöht sich das Risiko, dass Arbeitsplätze verloren gehen und Kreditnehmer infolgedessen die Kreditraten nicht mehr aufbringen können.

  1. Darlehensanbahner

Auf den P2P-Plattformen treten die Darlehensanbahner oft kaum in Erscheinung. Dabei sind in Wahrheit sie diejenigen, die dafür verantwortlich sind, dass Kreditverträge zustande kommen.

Wie viele Darlehensanbahner zur Auswahl stehen, ist je nach Plattform verschieden. Einige Unternehmen sind aber gleich auf mehreren Plattformen vertreten.

Im Umkehrschluss heißt das, dass der Anleger sein Kapital zwar auf viele Kreditnehmer und mehrere Plattformen verteilen kann, um das Risiko möglichst gering zu halten.

Nur nutzt ihm das wenig, wenn hinter einem Großteil der Kreditverträge derselbe Darlehensanbahner steht. Geht dieser pleite, sind entsprechende Verluste vorprogrammiert.

  1. Plattformen

Wie ein Darlehensanbahner kann auch eine P2P-Plattform von einer Pleite betroffen sein. In diesem Fall steht die Frage im Raum, wem gegenüber der Anleger seine Forderungen noch geltend machen kann.

Viele Plattformen haben in ihren AGB die Regelung, dass ein Insolvenzverwalter die Leitung der Geschäfte übernimmt.

Einige Plattformen haben mit Blick auf das Insolvenzrisiko auch eine Rechtsform gewählt, die ihre Haftung beschränkt. Eine Rückkauf-Garantie hat nur solange Bestand, wie sich die jeweilige Plattform entsprechende Zahlungen leisten kann. So etwas wie die bei Banken vorhandene Einlagensicherung gibt es bei P2P-Plattformen nicht.

Um das Risiko möglichst gering zu halten, ist der Anleger deshalb gut beraten, wenn er größere Investments auf mehrere Plattformen, Darlehensanbahner und Einzelkredite aufteilt.

Auch bei den Kreditarten und den Herkunftsländern der Kredite sollte er mehrgleisig fahren. Kommt es an einer Stelle zu Ausfällen, kann die Streuung die Verluste oft auffangen.

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Welche Kriterien sind bei der Auswahl eines Anbieters wichtig?

P2P ist ein vergleichsweise junges Geschäftsmodell. Trotzdem gibt es inzwischen eine Vielzahl von P2P-Plattformen. Eine Auswahl zu treffen, ist da gar nicht so einfach.

Ein Investment, das für jeden Anleger die optimale Lösung ist, existiert nicht. Vielmehr kommt es immer darauf an, welche Ziele der Anleger verfolgt, welche Rendite er anstrebt und wie viel Risiko er bereit ist, einzugehen.

Aber es gibt einige Kriterien, die der Anleger in seine Überlegungen einbeziehen sollte:

  • Liegt die Gründung der Plattform schon länger zurück, behauptet sich der Anbieter entsprechend seit Jahren erfolgreich am Markt. Die Erfahrung schafft mehr Sicherheit als eine Plattform, die eben erst gegründet wurde.
  • Je höher die Renditechancen sind, desto höher ist auch das Verlustrisiko. Die historische Rendite einer P2P-Plattform beziffert, womit der Anbieter rechnen kann. Er sollte dann abwägen, wie risikobereit er zugunsten einer möglichen Rendite ist.
  • Viele P2P-Plattformen haben ihren Sitz im Baltikum. Allerdings gibt es mittlerweile auch deutsche Anbieter. Die Herkunft der Plattform kann ein Kriterium für den Anbieter sein.
  • Von Vorteil ist immer, wenn eine Plattform die Investments über viele Darlehensanbahner und mehrere Länder streuen kann.
  • Strebt der Anleger auf lange Sicht den Aufbau eines passiven Einkommens an, sollte er darauf achten, ob es eine Auto-Invest-Funktion gibt und welche Einstellung sie zulässt.
  • Ein Indiz für wirtschaftliche Stabilität und eine gute Kreditverfügbarkeit ist, wenn viele Investoren eine P2P-Plattform nutzen.
  • Durch öffentliche Geschäftsberichte agiert eine Plattform offensichtlich transparent. Das schafft Vertrauen. Gleichzeitig kann der Anleger die Chancen und Risiken besser beurteilen.

Müssen die Gewinne aus P2P-Anlagen versteuert werden?

Einnahmen aus P2P-Investments gehören zu den Kapitalerträgen. Deshalb werden sie wie Gewinne aus Aktien oder Anleihen pauschal mit 25 Prozent Abgeltungssteuer, dem Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer besteuert.

Steuerzahlungen werden aber erst dann fällig, wenn die Zinseinkünfte den jährlichen Freibetrag überschreiten. Er beträgt 801 Euro für Alleinstehende und 1.602 Euro für Ehepaare.

Liegen die Kapitalerträge aus allen Geldanlagen über dem Freibetrag, muss der Anleger sie in der Steuererklärung angeben.

Anders als Banken sind P2P-Plattformen nicht dazu berechtigt, Steuern einzubehalten und ans Finanzamt abzuführen. Deshalb kann der Anleger bei ihnen auch keinen Freistellungsauftrag stellen.

Allerdings kann sich der Anleger auf den meisten Plattformen schnell und einfache eine Steuerbescheinigung für einen bestimmten Zeitraum erstellen lassen.

Diese Bescheinigung kann er dem Finanzamt im Rahmen der Steuererklärung vorlegen.

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Armin Stolz, - Finanzberater, Siegmund Taubel, - Investmentbanker, Marina Mekovic, - Aktienanalystin, Isabella Dorant (E-Book Autorin), sowie Christian & Ferya Gülcan , Unternehmer/in, Gründer, VC-, Immobilien- und Kryptoinvestoren, sowie Redakteure und Betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, geben Tipps und Ratgeber zu Geldanlagen, Investments und allgemeinen Finanzthemen. Die Inhalte des Informationsangebots, stellen keine Finanzberatung oder Anlageberatung dar - somit ersetzen die Inhalte auch keine persönliche Beratung mit einen Finanzberater oder Steuerberater.

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