Info-Ratgeber rund um Bitcoins, Teil 3

Info-Ratgeber rund um Bitcoins, Teil 3

Anfang 2009 machten 50 Bitcoins den Anfang. Ende 2017 waren schon rund 16,7 Millionen Bitcoins im Umlauf. Und in dieser Zeit entwickelte sich die digitale Währung von einem Nischenprodukt für IT-Fans zu einem Investitionsobjekt für Anleger, Investoren und Spekulanten.

Der große Hype katapultierte gleichzeitig die Preise in atemberaubende Höhen. Grund genug, sich die digitale Währung einmal näher anzuschauen.

Wir haben einen ausführlichen Info-Ratgeber rund um Bitcoins zusammengestellt. In Teil 1 ging es darum, was Bitcoins eigentlich sind, was sie kosten, wo sie gehandelt werden und was es mit dem Wallet auf sich hat.

Bitcoins Ratgeber

In Teil 2 haben wir erklärt, wie die Transaktionen ablaufen und was eine Blockchain ist. Jetzt, in Teil 3, schauen wir uns an, wie Bitcoins entstehen. Außerdem nennen wir Gründe, warum sich Bitcoins nicht als Geldanlage für private Sparer eignen.

Und zum Abschluss der Beitragsreihe fassen wir noch einmal kurz zusammen, wie der Anleger vorgeht, wenn er in Bitcoins investieren möchte:

 

Wie entstehen neue Bitcoins?

Hat ein Computer den richtigen und eindeutigen Lösungsweg für die knifflige Rechenaufgabe gefunden und damit gleichzeitig einen Block hergestellt, die jeweilige Registerkarte also sicher versiegelt, bekommt das Netzwerk-Mitglied neue Bitcoins als eine Art Belohnung. Um den Lösungsweg zu bestimmen, sind schließlich eine enorme Rechenzeit und viel Energie im Sinne von Strom notwendig. Daher ist es angemessen, wenn das Netzwerk-Mitglied, dessen Computer die Lösung als erster gefunden hat, für die erbrachte Leistung auch belohnt wird.

In der Sprachwelt der Bitcoins wird die aufwändige Berechnung des Lösungsweges mit der Arbeit, die ein Minenarbeiter leistet, verglichen. Der Minenarbeiter heißt auf Englisch miner. Übertragen auf die Entstehung neuer Bitcoins, wird davon gesprochen, dass die neuen Geldeinheiten geschürft wurden. Auf Englisch heißt das mined.

Grundsätzlich werden neue Bitcoins also nicht einfach so ins Netzwerk eingebracht. Stattdessen sind neue Bitcoins immer eine Art Lohn für erbrachte Arbeit: Hat ein Rechner die kniffelige Rechenaufgabe gelöst und damit einen Block hergestellt, wird der Besitzer des Rechners mit neuen Bitcoins entlohnt. Allerdings kann und wird die Schöpfung neuer Geldeinheiten nicht ewig weitergehen. Denn das Netzwerk hat sich selbst 21 Millionen Bitcoins als Grenze gesetzt. Die Grenze trägt der Idee Rechnung, dass es bei diesem Zahlungssystem keine Inflation geben soll. Ende 2017 waren rund 16,7 Millionen Bitcoins im Umlauf.

 

Eignen sich Bitcoins als Geldanlage?

Für Investoren und Spekulanten können Bitcoins durchaus interessant sein. Als Geldanlage für Sparer oder gar als Produkt für die private Altersvorsorge eignet sich die digitale Währung hingegen nicht. Und dafür gibt es im Wesentlichen drei Gründe:

 

  1. Bitcoins sind nicht abgesichert.

Hinter klassischen Anlageprodukten stehen Staaten oder Zentralbanken. Zudem gibt es verschiedene Sicherungssysteme, die greifen. Viele Produkte unterliegen außerdem der Kontrolle von Aufsichtbehörden. Risiken bis hin zu Totalverlusten lassen sich zwar nie komplett ausschließen. Doch bei herkömmlichen Anlageprodukten ist durch die Sicherungssysteme zumindest eine gewisse Absicherung gegeben.

Bei Bitcoins ist das anders. Zu den Grundideen der digitalen Währung gehört, dass gerade keine Bank und kein Staat dahinterstehen sollen. Das bedeutet gleichzeitig aber auch, dass die digitalen Geldeinheiten nicht abgesichert sind. Es gibt keine Garantie dafür, dass der Besitzer mit seinem Bitcoin-Guthaben Erträge erzielen und seine Bitcoins irgendwann später wieder in Euro umtauschen kann.

 

  1. Bitcoins haben keinen materiellen Gegenwert.

Investiert ein Anleger in Aktien, ist er durch die Wertpapiere an den Vermögenswerten des jeweiligen Unternehmens beteiligt. Hat er Goldmünzen oder -barren im Tresor, kann er sich auf den materiellen Wert des Edelmetalls verlassen. Auch wenn der Goldkurs schwankt, wird der Anleger immer einen Gegenwert in Euro bekommen und kann im Notfall sogar mit dem Gold bezahlen. Bei einer Lebensversicherung ist der Versicherungsschein so wertvoll wie Bargeld. Denn wenn der Anleger den Versicherungsschein vorlegt, zahlt ihm die Versicherung zumindest die garantierte Versicherungssumme aus.

Im Unterschied dazu haben Bitcoins keinen materiellen Gegenwert. Ob Bitcoins einen Wert haben und wie hoch dieser ist, hängt davon ab, ob sich Menschen für die Idee begeistern und an den Erfolg der digitalen Währung glauben. Wenden sich Netzwerk-Mitglieder und Spekulanten ab, kann der aktuelle Euro-Wert der Bitcoins schnell in den Keller fallen. Schlimmstenfalls könnten Bitcoins sogar genauso wieder von der Bildfläche verschwinden, wie sie 2009 aus dem Nichts aufgetaucht sind.

 

  1. Bitcoins sind kein Zahlungsmittel.

Bitcoins existieren nur digital. Es sind keine Münzen oder Geldscheine, sondern letztlich nur Ziffern auf dem Computer. Einkäufe oder Rechnungen können mit der digitalen Währung nicht bezahlt werden. Es gibt zwar vereinzelt große Online-Shops, die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren. Ein paar Organisationen nehmen Bitcoins als Spenden an. Doch insgesamt sind Bitcoins kein funktionierendes Zahlungsmittel. Und es ist äußerst fraglich, ob sie das jemals sein werden.

 

In Bitcoins investieren – die Schritte im Überblick

Für den langfristigen Aufbau von Vermögen sind Bitcoins nicht geeignet. Denn dazu ist die digitale Währung zu unsicher und hat zu sehr den Charakter eines Spekulationsobjekts.

Doch trotz der Risiken kann natürlich gut sein, dass ein Anleger Bitcoins interessant findet und mitmachen könnte. In diesem Fall sollte er grundsätzlich nur mit überschaubaren Beträgen einsteigen. Überschaubare Beträge meint, dass es der Anleger bei einer Summe belassen wollte, die er nicht unbedingt braucht und deren Verlust er problemlos verschmerzen könnte. Die Vorgehensweise ist dann so:

  • Zuerst registriert sich der Anleger bei einem digitalen Handelsplatz. Nach der Registrierung muss er abwarten, bis sein Konto verifiziert ist.
  • Anschließend richtet sich der Ableger einen digitalen Geldbeutel ein. Sein Wallet kann er direkt auf dem Computer, über eine App auf dem Smartphone oder auf einem speziellen USB-Stick ablegen. Die digitale Geldbörse ist der Ort, an dem der Anleger sein digitales Geld aufbewahrt.
  • Von seinem Wallet bekommt der Anleger eine Bitcoin-Adresse. Die Adresse ist eine Art Kontonummer und ermöglicht dem Anleger, Bitcoins zu übertragen und entgegenzunehmen.
  • Die Bitcoins im Wallet kann der Anleger nun lagern und verwalten.
  • Möchte der Anleger einige oder alle Bitcoins verkaufen, muss er sie aus dem digitalen Geldbeutel zurück auf den Handelsplatz bringen. Ist der Gewinn, den er mit den Bitcoins macht, höher als 600 Euro, wird Einkommensteuer fällig.

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Thema: Info-Ratgeber rund um Bitcoins, Teil 3

Veröffentlicht von

Redaktion

Armin Stolz, 47 Jahre, Finanzberater, Siegmund Taubel, 53 Jahre, Investmentbanker, Marina Mekovic, 38 Jahre, Aktienanalystin schreiben hier Wissenswertes, geben Tipps und Ratgeber zu Geldanlagen, Investments und allgemeine Finanzthemen.

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