Ratgeber: Investment in Gold, 1. Teil

Ratgeber: Investment in Gold, 1. Teil

Möchte der Anleger in Gold investieren, hat er die Wahl zwischen physischem Gold in Form von Barren oder Münzen und Wertpapieren. Womit er besser beraten ist, hängt davon ab, was er mit seinem Investment erreichen will.

Lohnt es sich, in Gold zu investieren? Wie sinnvoll ist ein Investment in Gold? Diese häufig gestellten Anlegerfragen lassen sich pauschal nicht beantworten. Denn entscheidend ist, welche Absichten der Anleger mit seinem Investment in Gold verfolgt.

Allein der Rendite wegen lohnt es sich jedenfalls nicht, in Gold zu investieren. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die durchschnittliche Wertsteigerung von Gold deutlich niedriger ausgefallen ist als beispielsweise bei Aktien. Dafür waren die Schwankungen sogar größer. Die Erklärung hierfür ist einfach: Der Goldpreis wird von der Nachfrage bestimmt und im Unterschied zu Unternehmen ist bei Gold kein internes Wachstum und damit auch keine innere Wertentwicklung möglich.

Sucht der Anleger hingegen nach einer Geldanlage, die ihm auch in Krisenzeiten eine gewisse Sicherheit bietet, kann ein Investment in Gold eine gute Lösung sein. Denn weil die weltweiten Goldreserven begrenzt sind und Gold schon seit jeher als solide Währung gilt, ist ein völliger Wertverfall praktisch ausgeschlossen. Ein weiterer Aspekt ist, dass sich der Goldpreis entgegengesetzt zu den Aktienkursen entwickelt. Wenn die Aktienkurse auf Talfahrt sind, neigt der Goldpreis also dazu zu steigen, und umgekehrt. Insofern kann Gold im aktienbasierten Portfolio die Schwankungen ein wenig abfedern.

Nur: Wie viel seines Vermögens sollte der Anleger überhaupt in Gold investieren? Welche Anlageformen kommen in Frage? Und welches Investment ist für wen geeignet? In einem ausführlichen Ratgeber klären wir die wichtigsten Punkte rund um ein Investment in Gold.

Hier ist Teil 1!

 

Der Goldpreis

Gold ist eine Handelsware. Deshalb reguliert sich auch bei Gold der Preis in Abhängigkeit vom Angebot und der Nachfrage. Allerdings gibt es bei physischem Gold eine Besonderheit. Weil Gold ein natürlicher Rohstoff ist, ist das Angebot begrenzt. Steigt die Nachfrage, können die Goldproduzenten zwar versuchen, Gold zu recyceln, um so kurzfristig ein größeres Angebot bereitzustellen. Ist die Nachfrage damit aber nicht gedeckt, erhöht sich der Goldpreis. Dabei wird der Goldpreis in US-Dollar je Feinunze notiert. Eine Feinunze entspricht 31,1 Gramm.

Ein Blick auf die vergangenen Jahrzehnte macht deutlich, dass der Goldpreis immer wieder heftige Schwankungen verzeichnet hat. Vor allem in unsicheren Zeiten investierten Anleger und auch Notenbanken regelmäßig in Gold und trieben den Goldpreis damit in die Höhe.

In den 1970er-Jahren beispielsweise ging in vielen Industrieländern die Angst vor einer hohen Inflation um. Das verstärkte Investment in Gold hatte zur Folge, dass der Goldpreis im Januar 1980 auf 850 US-Dollar je Feinunze stieg. Erst als die US-Notenbank mit Paul Volcker einen neuen Chef bekam und er neben einer stärkeren Regulierung der Edelmetallbörsen in Aussicht stellte, die Geldmenge zu beschränken, ließ die Angst vor der Inflation allmählich nach.

Einen weiteren Höhenflug erlebte der Goldpreis ab 2008. Damals standen ein möglicher Zusammenbruch des Finanzsystems und eine Schuldenkrise von europäischen Staaten und Banken im Raum. Also wurde kräftig in Gold investiert, wodurch der Goldpreis in Spitzenzeiten auf über 1.800 US-Dollar pro Feinunze kletterte. Erst als Manuel Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, im Sommer 2012 erklärte, er werden alles Notwendige und Mögliche zur Rettung des Euro unternehmen, beruhigte sich die Lage langsam wieder.

 

Die Rendite und die Wertschwankungen von Gold

Vor allem in Krisenzeiten kann sich der Goldpreis kurzfristig deutlich erhöhen, während die Aktienkurse dann gerne einmal einbrechen. Auf lange Sicht gesehen ist die Rendite aber geringer als beispielsweise bei Aktien. Im Unterschied zu anderen Geldanlagen gibt es bei Gold keine Zinsen, keine Dividenden und keine sonstigen Ausschüttungen.

Stattdessen hängt die Rendite ausschließlich von der Entwicklung des Goldpreises ab. Die stetigen Veränderungen des Goldpreises wiederum sind die Ursache für die mitunter deutlichen Wertschwankungen.

Deutlich wird das bei einem direkten Vergleich der Rendite und der Wertschwankungen von Gold mit dem MSCI World:

 

. 1980 – 1990 1990 – 2000 2000 – 2016
Gold Rendite -1,2 %

Schwankung 21,8 %

Rendite – 2,6 %

Schwankung 12,3 %

Rendite 8,6 %

Schwankung 12 %

MSCI World Rendite 18,8 %

Schwankung 15,4 %

Rendite 12,6 %

Schwankung 16 %

Rendite 2,2 %

Schwankung 15,5 %

 

Hat der Anleger beispielsweise im Jahr 2000 sein Geld in Gold angelegt und dieses Investment bis heute behalten, hat er eine deutlich höhere Rendite mit geringerer Schwankung erwirtschaftet als bei einem Investment in Aktien.

Hatte der Anleger hingegen in den 1980er- oder 1990er-Jahren in Gold investiert und das Goldinvestment vor der Jahrtausendwende wieder aufgelöst, hatte er gegenüber einem Anleger, der in Aktien investiert hatte, das Nachsehen. Hat der Anleger bereits Mitte der 1970er-Jahre Gold gekauft und ist er bis heute dabei geblieben, hat er ebenfalls das schlechtere Geschäft gemacht als bei einem Investment in Aktien:

 

1975 – 2016: durchschnittliche Rendite pro Jahr jährliche Schwankung
Gold 4 % 16,1 %
Aktien 8,8 % 15,4 %

 

Alles in allem kann Gold durchaus besser abschneiden als ein Aktienportfolio. Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass das meist nur kurz- oder allenfalls mittelfristig der Fall ist. Langfristig bleibt ein Investment in Gold eine Anlage mit ungewissem Ausgang, bei der sich die Rendite nicht vorhersagen lässt. Experten raten deshalb, nur einen Teil des Vermögens in Gold anzulegen. Die Empfehlungen schwanken hier zwischen 5 und 25 Prozent. Ein guter Mittelwert dürfte insofern sein, wenn der Anleger 10 Prozent seines Anlagevermögens in Gold anlegt.

Entscheidet er sich für ein Investment in Gold, gibt es mehrere Möglichkeiten. So kann der Anleger einerseits physisches Gold kaufen, wobei er hier zwischen Goldbarren und Goldmünzen wählen kann. Andererseits kann er in börsengehandelte Wertpapiere investieren. Beide Anlagevarianten haben ihre Besonderheiten.

Generell eignet sich ein Investment in physisches Gold vor allem dann, wenn der Anleger sein Vermögen vor Krisenzeiten sichern möchte. Geht es ihm darum, Schwankungen im aktienbasierten Portfolio abzufangen, sind Wertpapiere die bessere Wahl. Allerdings kann in letzterem Fall die Steuer die Rendite mindern.

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