Vor- und Nachteile von Krypto-Aktien

Vor- und Nachteile von Krypto-Aktien

Der Hype rund um Kryptowährungen und die boomenden Aktienmärkte haben dazu geführt, dass eine neue Form der Geldanlage entstanden ist, nämlich die sogenannten Krypto-Aktien. Doch was genau sind Krypto-Aktien? Wie funktionieren sie? Und welche Vor- und Nachteile bietet das Finanzprodukt? Wir klären auf!

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Vor- und Nachteile von Krypto-Aktien

Was sind Krypto-Aktien?

Krypto-Aktien verknüpfen klassische Aktien mit virtuellen Kryptowährungen. Im Unterschied zu herkömmlichen Wertpapieren sind Krypto-Aktien aber keine realen Aktien. Stattdessen bilden Krypto-Aktien echte Aktien durch Algorithmen und mithilfe von Rechnerleistung nach.

Damit Krypto-Aktien angeboten werden können, kauft ein Unternehmen oder eine Zweckgemeinschaft echte, reale Aktien ganz klassisch an der Börse. Anschließend werden diese Aktien in Token umgewandelt.

Wegen dieser Tokenisierung werden Krypto-Aktien auch als Stock Token bezeichnet. Anleger, die in Krypto-Aktien investiert haben, sind dann an der Kursentwicklung der zugrundeliegenden Aktien beteiligt.

In der Praxis ist ein Investment in Krypto-Aktien zum Beispiel über die Binance möglich. Die Binance ist die weltweit größte Kryptobörse. Seit dem Frühjahr 2021 können Nutzer der Börse neben Kryptowährungen dort auch Krypto-Aktien kaufen.

Die Börse erwirbt mit dem Geld dann echte Aktien, die in einem Wertpapier-Depot und auf einer Token-Plattform eingelagert werden.

Eine kurze Einordnung der Begriffe

Token sind Vermögenswerte, Vermögensgegenstände oder Wirtschaftsgüter in einer digitalisierten Form. Ihnen sind bestimmte Funktionen oder Werte zugeordnet. Das können zum Beispiel Stimmrechte oder Unternehmensanteile sein.

Im Unterschied zu Kryptowährungen wie etwa dem Bitcoin haben Token aber keine eigene Blockchain, sondern nutzen bereits bestehende Blockchains. Aus diesem Grund lassen sich Token vergleichsweise einfach und mit wenig Aufwand erzeugen.

Damit ein Nutzer des Computer-Netzwerks eine Transaktion auf der jeweiligen Blockchain ausführen kann, braucht er ein gültiges Token. Insofern helfen die Token auch dabei, den Nutzer zu identifizieren und zu authentifizieren.

Der Begriff Tokenisierung steht für die digitalisierte Abbildung eines Vermögenswertes. Dabei schließt die Abbildung auch die Rechte und Pflichten ein, die der Wert enthält. Gleiches gilt für die Übertragbarkeit, die durch die digitalisierte Nachbildung möglich wird.

Was sind die Vorteile von Krypto-Aktien?

Der vielleicht größte Pluspunkt von Krypto-Aktien besteht darin, dass die finanziellen Einstiegshürden klein sind. Denn durch Krypto-Aktien kann der Anleger an der Kursentwicklung von namhaften Unternehmen teilhaben, ohne dass er selbst ganze Aktien kaufen muss. Das liegt daran, dass es Krypto-Aktien ermöglichen, nur Bruchteile zu erwerben.

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Je nach Unternehmen kann das Mindest-Investment zum Beispiel auf ein Hundertstel festgelegt sein. Bei einem aktuellen Aktienkurs von rund 800 Euro könnte der Anleger in diesem Fall mit gerade einmal acht Euro einsteigen. Vor allem bei sehr teuren Aktien werden Krypto-Aktien somit zu einer attraktiven Anlageform.

Ein zweiter Pluspunkt ist, dass der Anleger kein Depot bei einer Bank eröffnen muss. Um sich bei einer Kryptobörse anzumelden und zu registrieren, reicht in aller Regel ein offizielles Ausweisdokument aus. Gerade in Ländern, in denen das Finanzsystem unübersichtlich oder instabil ist, kann die Unabhängigkeit von einem Bankdepot ein klares Argument für Krypto-Aktien sein.

Weil Krypto-Aktien echte Aktien nachbilden und damit an real existierende Werte gebunden sind, sind sie zumindest in gewissem Umfang abgesichert. Gleichzeitig ist es problemlos möglich, die gekauften Anteile von einem Konto auf ein anderes Konto und aus einem Land in ein anderes Land zu übertragen.

Bei klassischen Aktien hingegen gestalten sich internationale Transaktionen mitunter schwierig.

Als dritter Vorteil kommt dazu, dass der Handel mit Krypto-Aktien nicht an bestimmte Zeiten gebunden ist. Herkömmliche Aktien müssen die Öffnungs- und Handelszeiten der Börsen einhalten.

Im Gegensatz dazu kann der Anleger durch die Tokenisierung und die Übertragung auf die Blockchain virtuelle Anteile an Aktien praktisch rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres erwerben.

Welche Nachteile haben Krypto-Aktien?

Auch wenn es gute Argumente für Krypto-Aktien gibt, stehen den Vorteilen ein paar Nachteile gegenüber. So ist ein großer Minuspunkt, dass ein Anleger oft gar nicht oder nur schwer nachvollziehen kann, ob das Investment-Unternehmen für die Krypto-Aktien tatsächlich echte Aktien gekauft hat.

Außerdem muss sich der Anleger darüber im Klaren sein, dass er auf der Kryptobörse keine realen, sondern nur digital abgebildete Aktien erwirbt. Folglich ist er durch Krypto-Aktien auch nicht an den jeweiligen Unternehmen beteiligt.

Die Beteiligung bleibt den Investment-Firmen vorbehalten, die die echten Aktien kaufen, besitzen und verwalten. Der Anleger partizipiert nur am Kursverlauf.

Hinzu kommt, dass Krypto-Aktien bislang weitgehend unreguliert sind. Die nicht vorhandene Regulierung macht zwar einige der Pluspunkte überhaupt erst möglich. Die unkomplizierte Möglichkeit von internationalen Transaktionen ist ein Beispiel dafür. Doch für den Anleger ergeben sich daraus eben auch gewisse Risiken.

Andererseits haben internationale Behörden und Kontrollinstanzen wie die deutsche Bafin Krypto-Aktien bereits im Blick. Und vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis es Regeln geben und auch die bisher noch offenen Fragen etwa zum Steuerrecht geklärt sein werden.

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Veröffentlicht von

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Armin Stolz, 47 Jahre, Finanzberater, Siegmund Taubel, 53 Jahre, Investmentbanker, Marina Mekovic, 38 Jahre, Aktienanalystin, sowie ferya Gülcan , Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, geben Tipps und Ratgeber zu Geldanlagen, Investments und allgemeine Finanzthemen.

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