Wissenswerte Infos zu Binären Optionen

Wissenswerte Infos zu Binären Optionen

Binäre Optionen hören sich verlockend an und stellen hohe Gewinne in Aussicht. Tatsächlich handelt es sich aber um hochriskante Anlagen, die eher den Charakter eines Glücksspiels haben. Aus diesem Grund sind binäre Optionen bestenfalls für professionelle oder institutionelle Anleger geeignet.

Werbeanzeigen für binäre Optionen klingen oft sehr vielversprechend. Die Produkte sind einfach und auch ohne großes Fachwissen nachvollziehbar dargestellt, die Renditechancen sind mehr als gut.

Und weil die Anbieter gerne mit Prominenten oder namhaften Fußballclubs werben, scheint die ganze Sache auch seriös zu sein. In Wirklichkeit handelt es sich bei binären Optionen aber um hochriskante Geldanlagen. Zwar sind in der Tat sehr hohe Renditen möglich. Genauso droht aber immer auch der Komplettverlust des eingesetzten Kapitals. Denn vom Grundprinzip her sind binäre Optionen nichts anderes als Wetten.

Und wenn der Anleger mit seinem Tipp falsch liegt, ist sein Geld weg. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Anbieter im Ausland sitzt. Selbst wenn im Impressum korrekte Kontaktdaten hinterlegt sind, kann es im Streitfall für den Anleger schwierig werden, sein Recht im Ausland durchzusetzen. Doch was sind binäre Optionen überhaupt? Und wie funktionieren sie?

Hier sind wissenswerte Infos zu
binären Optionen in der Übersicht!:

 

Was sind binäre Optionen?

Binäre Optionen sind Finanzderivate, die von Optionen abgeleitet sind. Als Basiswerte kommen Einzelaktien, Indizes, Wechselkurse oder auch Rohstoffe in Frage. Dabei zählen binäre Optionen zu den sogenannten exotischen Optionen und gehören in die Gruppe der Termingeschäfte. Manchmal werden binäre Optionen auch als digitale Optionen bezeichnet.

Bei binären Optionen sind grundsätzlich nur zwei Szenarien möglich: Entweder ein zuvor definiertes Ereignis tritt ein oder nicht. Tritt das Ereignis ein, kann sich der Anleger über eine satte Rendite freuen.

Tritt das Ereignis hingegen nicht ein, verfällt die Option und das investierte Kapital ist verloren. Wie klassische Optionsscheine gibt es auch die binären Optionen in einer amerikanischen und einer europäischen Variante. Der entscheidende Unterschied dabei ist, dass das definierte Ereignis bei amerikanischen Optionen während der Laufzeit eintreten muss. Bei europäischen Optionen hingegen muss das Ereignis am Ende der Laufzeit eintreten.

 

Wie funktionieren binäre Optionen?

Bei binären Optionen spekuliert der Anleger darauf, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt ein zuvor definiertes Ereignis eintritt. Hat die binäre Option beispielsweise einen Index als Einzelwert, kann der Anleger darauf spekulieren, dass dieser Index bis zum Tagesende eine bestimmte Punktzahl erreicht. Bildet der Goldkurs den Basiswert, kann der Anleger darauf wetten, dass der Goldkurs am Ende der Woche unter einem bestimmten Wert notiert.

Bei einem Währungspaar wiederum kann der Anleger spekulieren, dass der Wechselkurs ein bestimmtes Verhältnis aufweist. Bei binären Optionen wettet der Anleger also darauf, dass der Kurs des Basiswerts bis zu einem festgelegten Zeitpunkt innerhalb bestimmter Grenzen steigt oder fällt. Dabei kann die Laufzeit nur wenige Stunden bis hin zu mehreren Wochen betragen.

Tritt das definierte Ereignis ein, erreicht der Basiswert zum Ende der Laufzeit also den vorgegebenen Kurs oder Preis, erhält der Anleger seine Rendite. Und diese Rendite fällt sehr üppig aus. Renditen von 70 bis 90 Prozent sind durchaus üblich, in Einzelfällen können sogar Renditen von mehreren hundert Prozent erreicht werden.

Dabei gibt es für die Auszahlung zwei Möglichkeiten. Bei einer Cash-or-Nothing-Option wird ein zuvor festgelegter Betrag ausbezahlt. Bei der Asset-or-Nothing-Option orientiert sich die Höhe der Auszahlung am Preis des Basiswerts. Erreicht der Basiswert zum Ende der Laufzeit den vorgegebenen Kurs oder Preis aber nicht, verliert der Anleger das eingesetzte Kapital vollständig oder zumindest größtenteils.

 

Warum sind binäre Optionen mit Vorsicht zu genießen?

Das größte Haken bei binären Optionen ist das sehr hohe Risiko. Liegt der Anleger richtig, kann er zwar hohe Renditen erzielen. Doch wenn er mit seinem Tipp danebenliegt, ist das eingesetzte Geld weg.

Denn meist sind die Produkte so ausgestaltet, dass dem Anleger entweder alles oder nichts ausbezahlt wird. Erreicht der Basiswert zum vereinbarten Zeitpunkt die vorher festgelegte Höhe nicht, verliert der Anleger also sein gesamtes Kapital. Produkte, bei denen der Anleger nur einen Teil des eingesetzten Kapitals riskiert und auch im ungünstigsten Fall zumindest ein kleiner Teil erhalten bleibt, sind eher die Ausnahme.

Auf die Verlustrisiken weisen die Anbieter auf ihren Internetseiten zwar hin, allerdings finden sich die Hinweise oft nur im Kleingedruckten irgendwo im Randbereich der Webseite.

Ein weiterer Minuspunkt ist, dass die meisten Anbieter im Ausland (und hier in erster Linie in Zypern oder in der Schweiz) sitzen. Zudem sind sie oft nur schwer greifbar, weil auf der Webseite kein Impressum vorhanden ist oder die Kontaktdaten fehlen.

Und selbst wenn vollständige und korrekte Kontaktangaben vorhanden sind, wird es für den Anleger schwer, seine Rechte im Ausland durchzusetzen. Da hilft es dann auch wenig, dass die Geschäftsbedingungen schlecht übersetzt, verwirrend formuliert oder nach deutschem Recht vermutlich rechtswidrig wären. Am Ende hat der Anleger den Vertrag unterschrieben und wenn er gegen den Anbieter vorgehen will, bleibt meist nur ein langwieriger und teurer Klageweg.

Natürlich arbeiten nicht alle Anbieter von binären Optionen mit fragwürdigen Geschäftspraktiken. Und wenn der Anleger bereit ist, ein hohes Risiko einzugehen, kann er mit binären Optionen viel Geld verdienen. Insgesamt sind binäre Optionen aber etwas für professionelle und institutionelle Anleger, die die Finanzmärkte, die Anlageprodukte und die Anlagestrategien gut kennen, die Geschäftsbedingungen einzuordnen wissen und zudem Verluste abfedern können. Für Privatanleger, die ihr mühsam Erspartes gewinnbringend anlegen möchten, sind binäre Optionen nicht geeignet.

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