Die wichtigsten Eckdaten zur Mezzanine-Finanzierung

Die wichtigsten Eckdaten zur Mezzanine-Finanzierung

Der Begriff Mezzanine geht auf das italienische mezzo zurück und steht sinngemäß für die Mitte oder die Hälfte. Denn bei einer Mezzanine-Finanzierung handelt es sich um eine Mischform, die Merkmale von Eigenkapital und von Fremdkapital miteinander verknüpft. In diesem Ratgeber haben wir die wichtigsten Eckdaten zur Mezzanine-Finanzierung zusammengefasst.

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Die wichtigsten Eckdaten zur Mezzanine-Finanzierung

Was ist eine Mezzanine-Finanzierung?

Der Begriff Mezzanine-Kapital steht für eine Finanzierungsform, die die Eigenschaften von Eigenkapital mit den Merkmalen von Fremdkapital in sich vereint. Dabei erfüllt das Kapital im Wesentlichen zwei Funktionen.

So erhöht es zum einen als wirtschaftliches oder bilanzielles Eigenkapital die Bonität eines Unternehmens. Zum anderen kann es als Fremdkapital Investitionen finanzieren und damit das Wachstum des Unternehmens fördern.

Tatsächlich wird die Mezzanine-Finanzierung auch in erster Linie eingesetzt, wenn sich ein Unternehmen in einer Wachstumsphase befindet. Größere Projekte und andere Vorhaben können aber ebenfalls durch Mezzanine-Kapital finanziert werden.

Kapitalgeber sind üblicherweise Private Equity Gesellschaften, private Investoren oder Banken. Eine Besonderheit ist, dass die Geldgeber zwar Kapital zur Verfügung stellen, aber keinen direkten Einfluss nehmen können. Anders als sonst bei Gesellschaftern, erhalten die Geldgeber nämlich keine Stimmrechte.

Was kennzeichnet Mezzanine-Kapital?

Nachdem die Mezzanine-Finanzierung eine Mischform ist, die sowohl Eigenschaften einer Finanzierung mit Eigenkapital als auch mit Fremdkapital aufweist, gibt es beim Mezzanine-Kapital ein paar besondere Merkmale:

  • Kaum Mitspracherechte: Der Kapitalgeber hat zwar einen Anspruch auf Informationen über das operative Geschäft. Außerdem darf er die Entwicklungen kontrollieren. Auf die geschäftlichen Aktivitäten des Unternehmens kann er aber keinen Einfluss nehmen.

  • Nachrangigkeit: Eine Mezzanine-Finanzierung ist meist an einen Rangrücktritt gekoppelt. Sollte es zu einer Insolvenz kommen, wird das Mezzanine-Kapital zwar vor den Eigenkapitalgebern, aber erst nach den normalen Gläubigern eingesetzt. Das Kapital wird nämlich als wirtschaftliches Eigenkapital behandelt, das für Verluste haftet und deshalb Vorrang hat. Die Gläubiger werden nachrangig ausgezahlt.

  • Rückzahlungspflicht: Der Kapitalgeber stellt das Mezzanine-Kapital für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Im Vertrag wird ein Zeitpunkt vereinbart, bis zu dem das Unternehmen das Kapital zurückgezahlt haben muss. Ebenfalls möglich, aber eher selten ist, dass sich der Kapitalgeber und das Unternehmen auf eine unbefristete Laufzeit einigen. In solchen Fällen wird dann auch von Hybridanleihen gesprochen.

  • Flexibilität: Für die Mezzanine-Finanzierung gibt es kaum gesetzliche Vorgaben. Aus diesem Grund können die Konditionen weitgehend frei ausgehandelt werden.

  • Steuerliche Abzugsfähigkeit: Dafür, dass der Kapitalgeber dem Unternehmen Geld zur Verfügung stellt, verlangt er ein Entgelt. Dieses Entgelt kann das Unternehmen vom Gewinn abziehen und dadurch die Steuerlast senken.

Welche Vorteile hat eine Mezzanine-Finanzierung?

Zu den größten Pluspunkten der Mezzanine-Finanzierung gehört, dass sich ein Unternehmen Kapital beschaffen kann, ohne den Investoren Mitspracherechte einräumen zu müssen.

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Auf die Unternehmensstrategie und generell die Aktivitäten im operativen Geschäft hat die Finanzierung somit keine Auswirkungen, selbst wenn mit den Kapitalgebern neue Gesellschafter im Hintergrund dazukommen. Dafür verbessert sich durch das frische Kapital aber die Bilanz des Unternehmens. Die Folge ist eine bessere Bonität.

Ein weiterer Pluspunkt ist die große Flexibilität bei der Ausgestaltung der Finanzierung. Da kaum gesetzliche Vorgaben beachtet werden müssen, können die Laufzeit, die Verzinsung, die Rückzahlung und alle weiteren Bedingungen frei und auf die Unternehmenssituation abgestimmt vereinbart werden.

Da das Unternehmen die Zinsen als Vergütung für die Mezzanine-Finanzierung absetzen kann, verringert sich zudem der steuerpflichtige Gewinn.

Hinzu kommt, dass das Mezzanine-Kapital die Abhängigkeit von Banken reduziert. Meist stellen nämlich private oder institutionelle Anleger das Geld zur Verfügung. Die Banken hingegen haben die Vorraussetzungen für Kredite infolge der Finanzkrisen deutlich verschärft.

Viele Unternehmen mussten deshalb auf andere Finanzierungsmöglichkeiten ausweichen. Und die Mezzanine-Finanzierung stellte sich als gute Alternative zum klassischen Bankkredit heraus.

Vor allem wenn es darum geht, Finanzierungslücken zu schließen oder die Eigenkapitalquote zu erhöhen, ist die Mezzanine-Finanzierung eine Überlegung wert. Denn das Unternehmen bleibt wirtschaftlich flexibel und im operativen Geschäft unabhängig.

Was sind die Nachteile einer Mezzanine-Finanzierung?

Den Vorteilen stehen natürlich auch Nachteile gegenüber. Zu den größten Minuspunkten gehört, dass die Kreditkosten höher sind als bei anderem Fremdkapital.

Das liegt zum einen daran, dass die Kosten für die Mezzanine-Finanzierung Darlehenszinsen, gewinnbasierte Zinsen und Anteile umfassen. Zusätzlich dazu muss das Unternehmen den Geldgeber üblicherweise an Unternehmensgewinnen und Wertsteigerungen beteiligen.

Zum anderen verlangen Kapitalgeber bei einer Mezzanine-Finanzierung in aller Regel keine Sicherheiten. Doch weil damit auch ihr Risiko steigt, setzen sie als Risikoausgleich die Zinssätze höher an.

Ein weiterer Minuspunkt ist, dass eine Mezzanine-Finanzierung im Normalfall befristet ist. Die Laufzeit bewegt sich meist in einem Rahmen zwischen drei und 15 Jahren. Für das Unternehmen bedeutet das, dass die finanzierten Investitionen spätestens gegen Ende der Laufzeit rentabel sein sollten.

Doch auch schon während der Laufzeit ist ein stetiger Geldfluss notwendig. Das Unternehmen kann nämlich nicht einfach aus dem Vertrag aussteigen, bloß weil die wirtschaftliche Lage vielleicht angespannt ist.

Ein anderer Aspekt ist, dass die Kapitalgeber zwar keine Mitspracherechte erhalten, aber über die unternehmerischen Aktivitäten informiert werden müssen. Folglich braucht das Unternehmen einen aussagekräftigen und überzeugenden Geschäftsplan, um überhaupt Geldgeber zu finden.

Während der Laufzeit muss eine hohe Transparenz gewährleistet sein. Speziell für kleine Unternehmen, die nur wenig Kapital brauchen, ist eine Mezzanine-Finanzierung deshalb oft mit zu viel Aufwand verbunden.

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Veröffentlicht von

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Armin Stolz, 47 Jahre, Finanzberater, Siegmund Taubel, 53 Jahre, Investmentbanker, Marina Mekovic, 38 Jahre, Aktienanalystin, sowie ferya Gülcan , Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, geben Tipps und Ratgeber zu Geldanlagen, Investments und allgemeine Finanzthemen.

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