Investieren statt spekulieren: 6 typische Fehler, 2. Teil

Investieren statt spekulieren: 6 typische Fehler, 2. Teil

Die optimale Geldanlage zu finden, ist mitunter gar nicht so einfach. Denn einerseits möchte der Investor sein Geld so anlegen, dass er einen Gewinn erwirtschaften und sein Vermögen stetig vergrößern kann. Andererseits sollte die Anlage sicher sein, damit der Investor möglichst wenig Risiko eingeht und keine großartigen Verluste fürchten muss.

Investieren statt spekulieren 6 typische Fehler, 2. Teil

Wichtig ist deshalb zunächst einmal, dass der Anleger weiß, was eine Investition überhaupt ausmacht. Außerdem sollte ihm bekannt sein, was das Investieren vom Spekulieren unterscheidet. Mit diesem Wissen kann sich der Anleger dann auf die Suche nach einem passenden Anlageobjekt machen.

Es wird nicht ausbleiben, dass der Investor mal eine falsche Entscheidung trifft. Doch sein Ziel muss sein, teure Fehler zu vermeiden und so viel wie möglich richtig zu machen. Und um hier etwas Hilfestellung zu bieten, zeigen wir sechs typische Fehler auf.

Dabei haben wir im 1. Teil aber zunächst einmal erklärt, was eine Investition ist und welche beiden Strategien der Anleger verfolgen kann. Außerdem haben wir zwei Fehler genannt.

Hier ist der 2. Teil:

  1. Fehler: Geld investieren, das eigentlich verfügbar sein sollte

Niemand kann vorhersehen, welche Ereignisse die Finanzmärkte beschäftigen werden. Eine Wirtschaftskrise, eine Pandemie, politische Erdbeben, unerwartete Finanzberichte von angesehenen Institutionen oder die Pleite eines großen Unternehmens können große Turbulenzen auslösen.

Die Erfahrung zeigt zwar, dass sich die Finanzmärkte wieder erholen und selbst Aktienkurse, die komplett in den Keller gerutscht sind, irgendwann auch wieder steigen. Nur kann das eine Weile dauern.

Ein ungeschriebenes Gesetz lautet deshalb, dass der Anleger grundsätzlich nur Kapital fest anlegen oder in Aktien investieren sollte, das er in den kommenden zehn Jahren nicht braucht.

Andernfalls besteht die Gefahr, dass er die Anlage zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt auflösen muss. Sogar ein eigentlich gutes und attraktives Investment kann dadurch zum teuren Verlustgeschäft werden.

Ratsam ist außerdem, dass der Anleger immer eine Notreserve zurückhält, die ausreicht, um drei Monate zu überbrücken. So ist er auf der sicheren Seite und gewinnt im Ernstfall Zeit, ohne dass er direkt auf das angelegte Kapital zurückgreifen muss.

  1. Fehler: Den Preis mit dem Wert verwechseln

Warren Buffet, ein sehr erfolgreicher Investor und Börsen-Guru, prägte in Anlehnung an seinen Lehrmeister Benjamin Graham den Satz: “Price is what you pay, value is what you get.“ (Der Preis ist das, was jemand bezahlt, der Wert ist das, was er bekommt.)

Es ist sehr wichtig, dass der Anleger zwischen dem Preis und dem Wert unterscheidet. Investiert er zum Beispiel in eine Immobilie, bleibt der Gegenwert gleich, egal wie viel der Anleger für die Immobilie bezahlt.

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Der Wert wird nicht größer, nur weil der Anleger möglicherweise einen zu hohen Preis bezahlt hat. Deshalb ist entscheidend, dass der Anleger den Wert eines Anlageobjekts im Blick hat, wenn er den Preis überprüft, der dafür aufgerufen wird.

Das Spiel mit Preis und Wert nutzen erfolgreiche Anleger. Sie warten nämlich solange ab, bis der Preis niedriger ist als der Wert. Erst dann kaufen sie. Die Differenz zwischen dem Einkaufspreis und dem tatsächlichen Wert ist ihr Gewinn. Diese Strategie setzt aber voraus, dass der Anleger sehr genau weiß, wie viel ein Anlageobjekt wert ist.

Natürlich gibt es auch Objekte, die eine Wertsteigerung erfahren. Bei Gemälden kann das zum Beispiel der Fall sein. Doch solche Investments haben einen spekulativen Charakter. Außerdem braucht der Investor hier ebenfalls viel Fachwissen für eine realistische Einschätzung.

  1. Fehler: Kein klares Ziel haben

Ein Investment kann nur dann erfolgreich sein, wenn der Anleger weiß, was er erreichen will. Wie viel Geld kann und will er zur Seite legen? Welche Rendite möchte er erwirtschaften? Wann soll das Kapital wieder verfügbar sein? Wie lange kann der Anleger auf das Geld verzichten? Ist er bereit, überschaubare Risiken in Kauf zu nehmen oder hat für ihn absolute Sicherheit oberste Priorität?

All das sind Fragen, die geklärt sein müssen. Denn sie entscheiden darüber, welche Anlageprodukte in Frage kommen und wie eine optimale Anlagestrategie aussehen sollte. Einfach so, ohne Ziel ins Blaue hinein zu investieren, wird nur selten klappen.

  1. Fehler: Zu häufige Strategiewechsel

Mittel- und langfristige Investments führen unterm Strich eher zum Ziel als kurzfristige Anlagen. Doch das bedeutet für den Anleger auch, dass er sich auf eine Strategie festlegen und dabei bleiben sollte. Wenn er dauernd neue Anlagestrategien ausprobiert, verliert er am Ende mehr, als er gewinnt.

Gerade bei einem langen Anlagehorizont kann es durchaus sein, dass der Anleger zwischendurch schlechter dasteht und andere Produkte zu diesem Zeitpunkt vielleicht bessere Renditen eingebracht hätten. Doch das liegt in der Natur der Sache. Es ist schlichtweg unmöglich, immer ganz vorne dabei zu sein.

Tatsächlich ist das aber auch gar nicht notwendig. Denn was zählt ist, dass der Anleger ganz zum Schluss das Ziel erreicht, das er sich gesetzt hat. Deshalb wäre es ein fataler Fehler, panisch zu reagieren und übereilt Anlageprodukte zu verkaufen. Hat der Anleger Geduld und beweist er einen langen Atem, wird sich sein Investment auszahlen.

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Armin Stolz, 47 Jahre, Finanzberater, Siegmund Taubel, 53 Jahre, Investmentbanker, Marina Mekovic, 38 Jahre, Aktienanalystin, sowie ferya Gülcan , Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, geben Tipps und Ratgeber zu Geldanlagen, Investments und allgemeine Finanzthemen.

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