Ratgeber: Investment in Gold, 2. Teil

Ratgeber: Investment in Gold, 2. Teil

Für ein Investment in Gold gibt es mehrere Möglichkeiten. Ob physisches Gold oder Wertpapiere die bessere Wahl sind, hängt von den Anlagezielen ab.

Gerade in Krisenzeiten denken viele Anleger über ein Investment in Gold nach. Langfristig lassen sich mit Gold zwar keine besseren Renditen erzielen als mit anderen Geldanlagen. Aber es ist praktisch ausgeschlossen, dass Gold wertlos wird. Denn Gold war schon immer eine solide Währung und die weltweiten Goldreserven sind begrenzt.

Insofern kann ein Investment in Gold durchaus eine gewisse Sicherheit vor größeren Verlusten bei weiteren Währungs- oder Finanzkrisen bieten. Hinzu kommt, dass sich der Goldpreis und die Aktienkurse oft entgegengesetzt entwickeln. Während die Aktienkurse sinken, neigt der Goldpreis dazu, nach oben zu klettern und umgekehrt. In einem aktienbasierten Portfolio kann Gold die Schwankungen deshalb etwas auffangen.

Möchte der Anleger in Gold investieren, hat er die Wahl zwischen physischem Gold und börsengehandelten Wertpapieren. Mit welcher Anlagevariante er besser beraten ist, richtet sich danach, welche Ziele er mit dem Investment verfolgt. In einem ausführlichen Ratgeber schauen wir uns das Investment in Gold einmal genauer an.

Dabei ging es im 1. Teil um grundlegende Infos zum Preis, der Rendite und den Wertschwankungen von Gold. Jetzt, im 2. Teil, beschäftigen wir uns mit dem Investment in physisches Gold.

 

Physisches Gold in Münzen oder Barren

Möchte der Anleger in physisches Gold investieren, kann er sich zwischen Goldmünzen und Goldbarren entscheiden. Der Preis richtet sich nach dem Gewicht. Bei Goldmünzen wird das Gewicht meist in Unzen angegeben und bewegt sich üblicherweise in einem Bereich zwischen einer Zehntel Unze und einer ganzen Unze.

Dabei entspricht eine Unze 31,1 Gramm. Das Gewicht von Goldbarren wird hierzulande meist in Gramm angegeben. Dabei sind Goldbarren mit einem Gewicht ab einem Gramm bis hin zu 12,5 Kilogramm erhältlich.

Bei Goldmünzen und Goldbarren mit dem gleichen Gewicht sind die Preisunterschiede vergleichsweise gering. Insgesamt sind Goldmünzen aber tendenziell etwas teurer, weil ihre Herstellung aufwendiger ist als die Herstellung von Goldbarren.

 

Goldmünzen

Entscheidet sich der Anleger für Goldmünzen, sollte er darauf achten, dass es einen großen Zweitmarkt gibt. Andernfalls kann ein späterer Verkauf der Münzen schwierig werden. Als Geldanlage sollte der Anleger außerdem Münzen wählen, deren Auflage nicht limitiert ist. Denn Goldmünzen in begrenzter Auflage enthalten oft versteckte Preisaufschläge. Solche Münzen können unter Umständen für Sammler interessant sein, Investoren interessieren sich jedoch ausschließlich für den Goldwert. Als Investment sind deshalb folgende Goldmünzen geeignet:

  • American Eagle
  • Britannia
  • Buffalo
  • Centenario Mexiko
  • China Panda
  • Krügerrand
  • Maple Leaf
  • Nugget (auch als Känguru bezeichnet)
  • Wiener Philharmoniker

Der Kaufpreis für eine Goldmünze setzt sich aus dem Goldwert und der Marge des Händlers zusammen. Die Marge lässt sich an der Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufspreis ablesen. Dabei fällt der Unterschied umso größer aus, je geringer das Gewicht der Münze ist. Denn verglichen mit dem reinen Goldwert, ist dann der Anteil an Herstellungs- und Vertriebskosten höher. Investiert der Anleger in Goldmünzen, sollte er deshalb nach Möglichkeit Münzen mit einem hohen Gewicht kaufen.

 

Goldbarren

Beim Kauf von Goldbarren sollte der Anleger auf eine Reinheit von mindestens 999,9 Tausendstel achten. Außerdem sollten die Goldbarren ein Zertifikat von der Londoner Rohstoffbörse LBMA haben. Andernfalls muss der Anleger bei einem späteren Verkauf der Barren mit Abzügen rechnen.

Wie bei Goldmünzen sinken auch bei Goldbarren die anteiligen Herstellungs- und Vertriebskosten im Vergleich zum Goldwert mit zunehmendem Gewicht. Allerdings können höhere Kosten entstehen, wenn der Anleger nur einen Teil seines Goldes verkaufen möchte.

In diesem Fall müsste er nämlich erst den großen Goldbarren verkaufen und anschließend einen kleineren Goldbarren kaufen. Da die Herstellungskosten bei einem Goldbarren insgesamt etwas niedriger sind als bei Goldmünzen, sollte der Anleger gut abwägen, ob es nicht sinnvoller wäre, von Anfang an in Barren mit kleinerem Gewicht zu investieren.

 

Goldmünzen und Goldbarren kaufen

Gold kann der Anleger bei einigen Banken und bei Edelmetallhändlern vor Ort kaufen. Der Vorteil hierbei ist, dass der Anleger die Filiale eines vertrauenswürdigen Händlers aufsuchen kann und die Ware live sieht. Einige Anleger entscheiden sich auch deshalb für einen örtlichen Händler, weil sie hier das Gold in bar bezahlen können und bei ihrem Einkauf anonym bleiben.

Zum 26. Juni 2017 hat die Bundesregierung aber eine EU-Richtlinie umgesetzt und eine Änderung am deutschen Geldwäschegesetz vorgenommen. Dadurch muss sich der Käufer gegenüber dem Edelmetallhändler mit einem gültigen Ausweisdokument ausweisen, wenn der Wert seines Goldeinkaufs die Marke von 10.000 Euro übersteigt. Bislang lag der Grenzwert bei 15.000 Euro. Durch die EU-Richtlinie und die Gesetzesänderung soll die Gefahr von Geldwäsche besser eingedämmt werden können.

Eine andere Möglichkeit, um Gold zu kaufen, ist das Internet. Hier bezahlt der Anleger meist weniger als beim Händler vor Ort. Vergleichsportale wiederum helfen dabei, den besten Preis zu finden. Allerdings geht es bei Gold schnell um hohe Summen. Deshalb sollte der Anleger nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch auf folgende Kriterien achten:

  • Der Händler ist Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzhandels. Bei einem Onlinekauf muss die Bestellung in aller Regel per Vorkasse bezahlt werden. Umso wichtiger ist, dass der Anleger an einen vertrauenswürdigen und zuverlässigen Händler gerät. Händler, die dem Berufsverband angehören, garantieren, dass die verkauften Goldmünzen und Goldbarren echt sind. Außerdem verpflichten sie sich, den Edelmetallhandel mit fachlicher und kaufmännischer Sorgfalt zu betreiben. Daher sollte der Anleger nur bei einem Händler kaufen, der dem Berufsverband angehört. Eine Liste mit allen Händlern gibt es hier.
  • Der Händler hat die Münzen oder Barren auf Lager. Bei kleineren Händlern kann es passieren, dass die Münzen und Barren zwar zu einem günstigen Preis angeboten werden. Allerdings sind nur geringe Stückzahlen vorhanden. Wenn der Anleger dann kaufen möchte, ist der Lagerbestand mitunter aufgebraucht. Eine andere Möglichkeit ist, dass der günstige Preis nur für eine kleine Menge gilt. Möchte der Anleger mehrere Münzen oder Barren kaufen, muss er einen höheren Preis bezahlen.
  • Die Versandkosten sind angemessen. Was die Preise für vergleichbare Goldmünzen und Goldbarren angeht, sind die Unterschiede zwischen den Händlern auf den Vergleichsportalen nicht allzu groß. Bei den Versandkosten für die versicherte Lieferung des gekauften Goldes kann das aber schon ganz anders aussehen. Hier sind Abweichungen von 10 Euro und mehr möglich. Der Anleger sollte deshalb immer prüfen, wie hoch der Gesamtpreis für seine Bestellung ist, bevor er diese abschickt.

Physisches Gold richtig lagern

Ein Goldbarren mit einem Gewicht von einem Kilogramm ist über 30.000 Euro wert, aber nicht einmal so groß wie ein herkömmliches Smartphone. Im Prinzip wäre es also durchaus möglich, Goldmünzen und Goldbarren gut versteckt und sicher geschützt zu Hause aufzubewahren.

Schlimmstenfalls könnte der Anleger sein Gold auch recht unkompliziert von A nach B transportieren. Bewahrt er sein Gold zu Hause auf, entstehen für die Lagerung keine weiteren Kosten. Die Alternative dazu ist ein Schließfach bei der Bank. Die Gebühren für ein Bankschließfach fangen bei etwa 40 Euro pro Jahr an. Und aus rechtlicher Sicht gilt der Inhalt eines Bankschließfachs als Sondervermögen. Selbst wenn die Bank insolvent werden sollte, ist das im Schließfach deponierte Gold vor einem Zugriff der Gläubiger deshalb geschützt.

Egal wofür sich der Anleger entscheidet, sollte er aber unbedingt prüfen, ob seine Hausratversicherung bei einem Verlust aufkommt. Eine gute Hausratversicherung sichert das Gold ab, unabhängig davon, ob es zu Hause oder im Bankschließfach aufbewahrt wird.

Natürlich muss der Anleger aber eine entsprechend hohe Versicherungssumme für den Schadensfall vereinbart haben. Doch über eine Hausratversicherung sollte der Anleger auf jeden Fall nachdenken. Denn Banken begrenzen ihre Haftung oft auf einen bestimmten Wert des Bankschließfachs. Alles, was über diesen Wert hinausgeht, ist nicht abgesichert.

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