Anlage in Bitcoin & Co.: Chance oder Risiko? Teil III

Anlage in Bitcoin & Co.: Chance oder Risiko? Teil III

Kryptowährungen wie der Bitcoin erleben einen echten Hype. Sie werden als Zahlungsmittel der Zukunft gehandelt und als renditeträchtige Geldanlage immer interessanter. Selbst private Sparer und konservative Investoren, die in der Welt der modernen, digitalen Technologien nicht zu Hause sind, denken darüber nach, auf den Zug aufzuspringen. Doch erleben die Kryptowährungen zu Recht einen Boom?

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Anlage in Bitcoin & Co. Chance oder Risiko Teil III

Ist eine Anlage in Bitcoin & Co. eine gute Chance oder eher ein kaum kalkulierbares Risiko? Solchen Überlegungen haben wir eine kleine Beitragsreihe gewidmet. In diesem letzten Teil III beantworten wir Fragen, die oft gestellt werden:

Was hat es mit klimafreundlichen Kryptowährungen auf sich?

Auf dem Markt tauchen immer öfter Technologien auf, die wie zum Beispiel der BitGreen umweltfreundlichere Kryptowährungen bereitstellen wollen. Sie haben den Anspruch, die Energie, die für das Mining und das Speichern der Datenmengen verbraucht wird, deutlich zu senken. Außerdem ist ihr Versprechen, dass nur Strom aus regenerativen Quellen zum Einsatz kommt.

Tatsächlich wird es auf lange Sicht unumgänglich sein, den Energieverbrauch anders aufzustellen. Experten gehen davon aus, dass andernfalls allein das Mining, also das Schürfen von Kryptowährungen, in den kommenden drei Jahrzehnten zu einer Erderwärmung von zwei Grad führen könnte.

Ob und in welchem Umfang die Klimafreundlichkeit realisiert werden kann, wird sich aber erst noch zeigen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass sich Kryptowährungen als Zahlungsmittel etablieren?

Auf der einen Seite sprechen die großen Kursschwankungen und damit die Unbeständigkeit dagegen, dass Kryptowährungen als Zahlungsmittel überdauern. Auf der anderen Seite gehen die Entwicklungen in diese Richtung. Verschiedene Händler und Unternehmen akzeptieren inzwischen Zahlungen in Kryptowährungen, Banken und Fonds investieren in das digitale Geld.

Auch die Tatsache, dass sowohl Unternehmen wie Facebook als auch Staaten an eigenen Digitalwährungen arbeiten, spricht für Kryptowährungen als künftiges Zahlungsmittel.

Wie groß ist die Gefahr einer finanziellen Parallelwelt?

Im Rahmen der Corona-Pandemie gab es immer wieder Aufrufe, Kryptowährungen zu nutzen, um auf diese Weise einer staatlichen Kontrolle zu entgehen. Solche Boykottaufrufe gegen einen Staat, der vermeintlich überwachen will, sind nichts Neues.

In ähnlicher Form tauchen sie auch im Zusammenhang mit Bargeld auf. Radikale Verfechter des Bargelds sehen darin die einzige Möglichkeit, um freie Bürger zu bleiben, deren finanzielle Angelegenheiten nicht kontrolliert werden können. Dass nun auch Kryptowährungen die Freiheit gewährleisten sollen, ist ein neueres Phänomen.

Eine finanzielle Parallelwelt ist trotzdem nicht zu befürchten. Denn Menschen vertrauen auf die Zahlungsarten, die sicher, zuverlässig und bequem sind. Solange Kryptowährungen starken Schwankungen unterliegen und nicht überall verfügbar sind, werden sich die Nutzer in Grenzen halten.

Doch wenn sie sich stabilisieren, stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass sich Kryptowährungen als Zahlungsmittel und Wertanlage einen festen Platz in der Finanzwelt sichern.

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Sind Kryptowährungen seriös?

Tatsächlich ist es gar nicht so einfach, die Seriosität von Kryptowährungen einzuschätzen. Der Bitcoin beispielsweise wurde von einem Pseudonym erschaffen, dessen wahre Identität niemand kennt.

Als dezentrale Währung gibt es keine übergeordnete Kontrollinstanz und die Währungseinheiten existieren nur virtuell. Der Besitzer hat keine Münzen oder Scheine, die er in die Hand nehmen kann. Neue Bitcoins entstehen durch mathematische Verfahren, die die Nutzer selbst durchführen.

Die Bundesbank hat ermittelt, dass eine einzige Bitcoin-Transaktion genauso viel Strom verbraucht wie ein durchschnittlicher Einfamilienhaushalt im Monat. Die Belastung für das Klima ist damit enorm.

Ein anderer Aspekt ist, dass sich jede Währung dafür eigenen sollte, Werte zu übertragen. Die massiven Kursschwankungen machen das bei Kryptowährungen derzeit aber kaum möglich.

Ist ein Investment in Kryptowährungen sinnvoll?

Tatsächlich sind es die starken und unvorhersehbaren Kursschwankungen, die eine Investition in Kryptowährungen riskant machen. Es kann verschiedenste Ereignisse geben, die zu einem Kurseinbruch führen. So verlor etwa der Bitcoin fast die Hälfte seines Werts, weil in Südkorea eine Bitcoin-Börse schloss.

Ein anderer Grund für Wertverluste ist, dass es Hackern immer wieder gelingt, Handelsplattformen leerzuräumen. Hat ein Privatanleger auf seinem heimischen Computer Bitcoins oder andere Kryptowährungen gespeichert, muss sogar er mit Hackerangriffen rechnen.

Allerdings haben Kursschwankungen zwei Seiten. Denn wenn die Kurse teils innerhalb weniger Tage nach unten und nach oben schießen, ist das Risiko von Verlusten genauso groß wie die Chance auf satte Gewinne in kürzester Zeit.

Erwischt der Anleger den richtigen Zeitpunkt, kann er also mit Kryptowährungen Renditen erwirtschaften, an die keine andere Anlageform heranreicht. Wichtig ist eben nur, dass sich der Anleger darüber im Klaren ist, dass er womöglich starke Nerven und einen langen Atem braucht.

Wie sind die Zukunftsprognosen für Kryptowährungen?

Derzeit sind die Prognosen für die weitere Kursentwicklung recht gut. Analysten vermuten, dass etwa der Bitcoin bald die Marke von 146.000 Dollar erreichen könnte. Denn die Nachfrage ist groß, die Menge aber begrenzt.

Der Bitcoin ist so programmiert, dass die Gesamtzahl von 21 Millionen nie überschritten werden kann. Und Anfang 2021 waren es schon rund 19 Millionen. Etwa alle zehn Minuten kommen neue Datenblöcke dazu, pro Tag werden 1.800 neue Bitcoins geschürft. Es ist also eine Frage der Zeit, bis die Nachfrage größer sein wird als das Angebot.

Eine Garantie für Aufwärtstrends gibt es aber trotzdem nicht. Genauso kann es jederzeit auch wieder nach unten gehen. Als Facebook beispielsweise eine eigene Digitalwährung ankündigte, kletterten die Kurse aller Kryptowährungen spürbar nach oben. Doch als sich dann herausstellte, dass das Projekt auf sehr viel Kritik stieß, fielen die Kurse direkt wieder in den Keller.

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Armin Stolz, 47 Jahre, Finanzberater, Siegmund Taubel, 53 Jahre, Investmentbanker, Marina Mekovic, 38 Jahre, Aktienanalystin, sowie ferya Gülcan , Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, geben Tipps und Ratgeber zu Geldanlagen, Investments und allgemeine Finanzthemen.

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