Typische Verkaufstricks bei Geldanlagen

Übersicht: typische Verkaufstricks bei Geldanlagen 

Kaum ist die Finanzkrise überstanden, tauchen in den Medien schon wieder Berichte über unsichere Geschäfte und höchstspekulative Geldanlagen auf. Geht es um die Beurteilung der Beratungsqualität, schneiden Banken und Anlageberater noch immer verhältnismäßig schlecht ab.

Die Kritikpunkte dabei sind nicht nur, dass Anleger teils unvollständig oder fehlerhaft, sondern mitunter bewusst falsch beraten werden.

 

Welches die typischen Verkaufstricks bei Geldanlagen sind und wie der Anleger diesen begegnen kann, fasst die folgende Übersicht zusammen: 

Lockangebote

Was aus dem Bereich von Versicherungen und Krediten bekannt ist, ist auch bei Geldanlagen recht weit verbreitet. Im Zusammenhang mit Krediten wird  beispielsweise mit sehr günstigen Zinsen geworben, im Bereich der Versicherungen mit äußerst attraktiven Monatsbeiträgen. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch recht schnell deutlich, dass die beworbenen Konditionen für kaum einen Kredit- oder Versicherungsnehmer erreichbar sind.

Ähnlich funktioniert der Trick auch bei Geldanlagen. So wird beispielsweise bei Tagesgeldkonten eine überdurchschnittlich hohe Verzinsung in Aussicht gestellt. Im Kleingedruckten findet sich dann aber der Hinweis, dass diese Verzinsung nur bis oder ab einer bestimmten Anlagesumme gilt, auf einen kurzen Zeitraum befristet ist oder an andere Bedingungen geknüpft ist.

Grundsätzlich gilt daher, dass sich der Anleger nicht von Angeboten und Versprechen beeindrucken lassen, sondern die Konditionen immer sehr genau prüfen sollte. 

Zeitdruck

Vor allem bei solchen Geldanlagen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, eher schlecht verkaufen, wird der Anleger gerne unter Zeitdruck gesetzt. Auf diese Weise wird verhindert, dass der Anleger die Gelegenheit hat, sich näher mit dem Angebot zu beschäftigen und darüber nachzudenken.

Typische Argumente lauten dann, dass das Angebot nur für kurze Zeit gilt, nur in begrenzter Auflage zur Verfügung steht oder die Rendite tagesabhängig ist und morgen schon deutlich geringer sein kann. Gegen diesen Trick kann sich der Anleger recht einfach wehren.

Grundsätzlich gilt nämlich, dass kein Vertrag unterschrieben werden sollte, bevor dieser genau gelesen wurde und alle Fragen geklärt sind. Jeder seriöse Berater wird Verständnis haben, wenn der Anleger erst eine Nacht über das Angebot schlafen möchte. Zudem gibt es im Bereich der Geldanlagen so gut wie nie Angebote, die nur wenige Stunden und in streng begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen. 

Risiken

In den meisten Fällen fühlen sich Anleger schlecht oder falsch beraten, weil ihnen die Risiken der jeweiligen Geldanlage nicht richtig erklärt oder sogar verschwiegen wurden. Problematisch daran ist, dass ein Laie kaum einschätzen kann, wie hoch die Risiken tatsächlich sind, denn die Finanzprodukte werden nicht nur immer vielfältiger, sondern auch immer komplizierter.

Um sich gegen diesen Verkaufstrick zu wehren, kann der Anleger darauf bestehen, dass die Sicherheit der jeweiligen Anlage schriftlich bestätigt wird. Kommt es dann doch zu einem Verlust des investierten Kapitals, kann er sich auf die Bestätigung berufen und die Chancen steigen, dass der Schaden ersetzt wird.

Daneben gibt es zwei ganz einfache Grundsätze, die vor bösen Überraschungen schützen können. Zum einen sollte der Anleger nie Geld in ein Anlageprodukt investieren, das er nicht versteht. Zum anderen gibt es letztlich keine Anlageform, die sehr sicher ist und gleichzeitig sehr hohe Renditen garantiert. Als Faustregel gilt, dass die Risiken umso höher sind, je höher die möglichen Gewinne sind.  

Erwartete Renditen

Ein beliebter Verkaufstrick ist, mit den erwarteten Renditen zu argumentieren. Das bedeutet, dem Kunden werden solche Zahlen präsentiert, die bei einer günstigen Entwicklung erreicht werden könnten. Diese Vorgehensweise kennen viele sicherlich von Lebensversicherungen, die einerseits die garantierte und andererseits die erwartete Versicherungssumme benennen.

Diese Methode wenden auch einige Berater an und da die Kalkulationen schlüssig und plausibel scheinen, schenken viele Anleger diesen Zahlen Glauben. Um nicht auf den Verkaufstrick hereinzufallen, sollte der Anleger nach den Zahlen in der Vergangenheit fragen. Entscheidend ist nämlich nicht, welche Werte die Geldanlage möglicherweise in Zukunft erreicht, sondern welche Renditen in den vergangenen Jahren erzielt wurden.  

Neukunden werben

Nach wie vor gibt es Angebote für Geldanlagen, die auf dem Prinzip des Schneeballsystems basieren. Bei diesen Angeboten geht es dann nicht nur darum, in ein Anlageprodukt zu investieren, sondern gleichzeitig auch weitere Anleger zu werben.

Begründet wird dies üblicherweise damit, dass die Rendite insgesamt umso höher ausfällt, je mehr Kapital in das Anlageprodukt fließt. Bei solchen Angeboten handelt es sich aber nahezu immer um unseriöse Angebote, bei denen letztlich nur der Erfinder Gewinne verzeichnen kann.

Wird also eine Anlage angeboten, bei der für eine ordentliche Rendite weitere Anleger gewonnen werden müssen, sollte das Angebot ohne zu zögern abgelehnt werden. 

Umschichten

Einige Anlageberater empfehlen ihren Anlegern, ihr Wertpapierdepot regelmäßig umzuschichten. Durch die Umschichtungen sollen Gewinne gesichert oder das Risiko von Verlusten minimiert werden. Was die Anlegerberater aber häufig nicht erwähnen ist, dass bei jeder Umschichtung Gebühren und Provisionen anfallen. Wichtig ist daher, dem Anlageberater nicht blind zu vertrauen und ihm bei der Depotverwaltung völlig freie Hand zu lassen.

Sinnvoller ist, zu vereinbaren, dass Umschichtungen die Zustimmung des Anlegers erfordern, oder aber die Anzahl der Umschichtungen pro Jahr zu begrenzen.

Genauso wichtig ist, die konkreten Kosten zu erfragen. Dies gilt aber nicht nur für Umschichtungen, sondern allgemein für alle Geldanlagen und auch hier ist es wieder sinnvoll, sich die Kostenaufstellung schriftlich bestätigen zu lassen.

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