Die wichtigsten Infos und Fakten zum DAX

Die wichtigsten und interessantesten Infos und Fakten zum DAX 

Der DAX, der Deutsche Aktienindex, stellt als deutscher Leitindex seit mittlerweile über 20 Jahren die Wertentwicklung der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften dar.

Dies macht ihn aber nicht nur für Investoren und Aktieninhaber interessant, sondern lässt ihn gleichzeitig auch zu einem wichtigen Indikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft werden. 

Hier die wichtigsten und interessantesten Infos und Fakten zum DAX auf einen Blick:

Wieso heißt der DAX eigentlich DAX?

Eigentlich hätte der DAX gar nicht DAX, sondern KISS als Abkürzung für das Kursinformationssystem der Deutschen Börse heißen sollen. Nachdem aber unter anderem die Financial Times angesichts des geplanten Namens kommentiert hatte, dass die Deutschen wohl verrückt geworden sein müssen, wurde als Alternativlösung der Name DAX gewählt.

DAX steht als Kürzel für den Deutschen Aktienindex. Als Vater des DAX gilt Frank Mella, der seinerzeit Redakteur bei der Börsen-Zeitung war und dem die entscheidende Idee für die Formel des DAX zugeschrieben wird. 1995 erhielt Frank Mella dafür das Bundesverdienstkreuz. 

Was ist der DAX genau?

Der DAX ist der deutsche Leitindex und dabei ein Performance-Index. Im Unterschied zum DAX ist der US-amerikanische Dow-Jones-Index ein Kursindex, der die Kursentwicklungen misst und dabei nur durch die Erträge aus Bezugsrechten und Sonderzahlungen korrigiert.

Der DAX hingegen bereinigt die Kursentwicklungen zusätzlich durch Reinvestitionen aller Erträge aus Bonus- und Dividendenzahlungen in das Portfolio der 30 Aktiengesellschaften.   

Wer ist im DAX notiert?

Der DAX zeigt die Wertentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten Aktiengesellschaften in Deutschland an. Diese Unternehmen sind im sogenannten Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Damit ein Unternehmen Mitglied des DAX werden kann, muss es einige Bedingungen erfüllen.

So muss sich der Unternehmenssitz oder der Schwerpunkt des Aktienhandelsumsatzes in Deutschland befinden. Außerdem muss der Anteil an Aktien, die nicht einem Großinvestor gehören, bei mindestens zehn Prozent liegen. Dieser Anteil wird als Streubesitz bezeichnet. Sind diese Grundvoraussetzungen erfüllt, gibt es zwei Kriterien, die über eine Aufnahme entscheiden. Zum einen ist dies der Umsatz, den die Börse mit den Aktien des Unternehmens erzielt und zum anderen ist dies die Marktkapitalisierung der Unternehmensaktien. Die Marktkapitalisierung ergibt sich, wenn der Aktienkurs mit der Anzahl der frei verfügbaren Aktien im Streubesitz multipliziert wird. 

Nun bleibt ein Unternehmen, das einmal im DAX gelistet war, aber nicht automatisch immer im DAX gelistet. An vier Anpassungsterminen pro Jahr wird die Zusammensetzung anhand von vier Regeln kontrolliert. Gehört ein Unternehmen im Hinblick auf den Börsenumsatz oder die Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen und gibt es gleichzeitig ein anderes Unternehmen, das durch seinen Börsenumsatz mindestens den 45. Platz und durch die Marktkapitalisierung mindestens den 35. Platz erreicht, wird das ursprünglich gelistete Unternehmen aus dem DAX genommen.

Dieses Szenario nennt sich Fast-Exit. Das Gegenstück hierzu ist der Fast-Entry und bedeutet, dass ein Unternehmen dann in den DAX aufgenommen wird, wenn es auf Basis von Börsenumsatz und Marktkapitalisierung mindestens Platz 25 in der Rangliste der größten Unternehmen erreicht. Daneben gibt es den Regular-Exit und den Regular-Entry. Gehört ein Unternehmen anhand von Börsenumsatz und Marktkapitalisierung zu den 30 größten Unternehmen, wird es in den DAX aufgenommen, während gleichzeitig ein Unternehmen, das unter Platz 35 gerutscht ist, aus dem DAX genommen wird.

Die Entscheidungen hierüber trifft der Vorstand der Deutschen Börse, der vom Arbeitskreis Aktienindizes beraten wird. Letzterer setzt sich aus Experten der Finanzbranche zusammen, wobei die namentliche Zusammensetzung geheim bleibt, um Beeinflussungen zu verhindern. 

Seit wann gibt es den DAX?

Zu Testzwecken notierte der DAX am 30.12.1987 bei 1.000 Punkten. Nach einem halben Jahr Probelauf war der offizielle Start dann am 01.07.1988 mit 1.163,52 Punkten. Als moderner und dynamischer Index stieß der DAX sofort auf große Zustimmung.

Die großen Unternehmen hatten schon viele Jahre einen Index gefordert, der mit dem Dow-Jones-Index vergleichbar ist, auf einer nachvollziehbaren Berechnungsmethode basiert und klare Kriterien für die Aufnahme oder die Herausnahme von Unternehmen in einer überschaubaren Anzahl vorgibt. Vor dem DAX hatte es zwar schon Indizes gegeben, aber diese konnten die Forderungen nicht erfüllen.

So gab es beispielsweise seit 1959 den Hardy-Index, der nach der Frankfurter Privatbank Hardy & Co benannt war und zusammen mit deren Aus 1979 sein Ende fand. Zwei Jahre später folgte als Notlösung der Index der Börsen-Zeitung, der sich aber gegen den Index der FAZ nicht durchsetzen konnte. Dieser wiederum konnte Bewegungen aber nicht schnell genug abbilden.    

Wie wird der DAX berechnet?

Der DAX basiert, wie übrigens auch nahezu alle anderen Börsenbarometer weltweit, auf der Laspeyres-Formel. Diese Grundformel stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde von dem Ökonom und Statistiker Étienne Laspeyres entwickelt.

Eine Besonderheit bei der Berechnung des DAX ist dabei, dass die Mitgliedswerte zu unterschiedlichen Teilen in die Formel einfließen, und zwar gewichtet nach der Marktkapitalisierung. Dadurch wirken sich Kursänderungen großer DAX-Unternehmen stärker auf den Index aus, während steigende oder fallende Kurse von kleinen DAX-Mitgliedern den DAX nur wenig verändern.    

Wie hat sich der DAX entwickelt?

Seinen tiefsten Stand erreichte der DAX schon kurz nach dem Start, als er am 29. August 1988 bei nur 1.152,38 Punkten notierte. Seinen bislang höchsten Stand erreichte der DAX am 13. Juli 2007 mit 8.151,57 Punkten.

In der Gruppe der großen Börsenindizes ist der DAX der Index, der am stärksten schwankt. Dies hat aber nicht immer unbedingt etwas mit wirtschaftlichen oder politischen Einflüssen zu tun, sondern erklärt sich in erster Linie mit seiner mathematischen Grundkonstruktion.

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