Wie funktioniert Crowdfunding?

Wie funktioniert Crowdfunding?

Selbst die originellste Idee und das beste Konzept helfen nicht weiter, wenn sie nicht in die Tat umgesetzt werden können, weil die finanziellen Mittel dafür fehlen. Eine Möglichkeit, um das notwendige Kapital zu beschaffen, kann dann das sogenannte Crowdfunding sein.

Hierbei nutzen sowohl der Kapitalsuchende als auch potenzielle Investoren das Internet als Plattform, um zueinanderzufinden. Die Idee hinter dem Crowdfunding ist, dass sich viele Personen zusammenschließen und zu Kapitalgebern für ein Projekt werden. Im Gegenzug erhalten sie dafür ein Exemplar des finanzierten Produkts, ein Geschenk, eine Spendenbescheinigung oder auch eine Gewinnbeteiligung.

Weil das Crowdfunding darauf abzielt, eine Gruppe aus Investoren für ein Projekt zu gewinnen, wird im Deutschen auch von einer Schwarmfinanzierung gesprochen. Bei den Projekten handelt es sich überwiegend um Filme, Bücher, Musikalben, die Entwicklung von Computerspielen oder um gemeinnützige Projekte.

Aber auch für Existenzgründer kann das Crowdfunding der richtige Weg sein, um das Startkapital für die Unternehmensgründung zusammenzubekommen. Dies gilt vor allem dann, wenn die erforderlichen Sicherheiten für einen Bankkredit fehlen.

 

Wo hat das Crowdfunding seine Wurzeln?

Das Crowdfunding hat seine Wurzeln in den USA und dort ist diese Form der Finanzierung auch heute noch deutlich weiter verbreitet als hierzulande. Als Vorreiter des Crowdfunding gilt die Rockband Marillion. Ihre Fans nutzten 1997 das Internet, um das Geld für eine US-Tour der Band einzusammeln.

Sechs Jahre später ging mit ArtistShare die erste Plattform an den Start, die sich der Finanzierung von Musik mittels Crowdfunding widmet. Die Plattform besteht bis heute und bietet Fans die Möglichkeit, die Projekte ihrer Lieblingskünstler finanziell zu unterstützen. Im Gegenzug können die Fans auf die Arbeiten des jeweiligen Musikers zugreifen.

Als Bonbon obendrauf gewähren einige Künstler außerdem exklusive Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen. Weitere sechs Jahre später, also 2009, startete in den USA die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Sie ist aktuell die größte Plattform ihrer Art. In Deutschland nahm startnext.de 2010 als erste Crowdfunding-Plattform seine Arbeit auf.

Inzwischen gibt es über 50 verschiedene deutsche Plattformen und die Gelder, die pro Jahr mittels Crowdfunding eingesammelt werden, bewegen sich im Millionenbereich.

 

Wie funktioniert Crowdfunding?

Prinzipiell kann sich jeder, der eine Idee für ein Projekt hat und das notwendige Geld für die Umsetzung dieses Projekt zusammentragen möchte, auf einer Crowdfunding-Plattform anmelden. Wichtig dabei ist aber zunächst einmal, die richtige Plattform auszusuchen. Während bei einigen Plattformen nämlich beispielsweise Erfindungen oder kreative Produkte unterstützt werden, liegt der Schwerpunkt bei anderen Plattformen im Bereich Musik, Kunst oder auf gemeinnützigen Projekten.

Nachdem sich der Kapitalsuchende registriert hat, kann er sein Projekt vorstellen. Dabei sollte er sein Projekt möglichst ansprechend und detailliert beschreiben. Statt nur auf Texte zu setzen, kann er die Beschreibung auch durch ein interessantes Video ergänzen. So können sich mögliche Kapitalgeber ein noch besseres Bild machen und gleichzeitig sehen, wer hinter dem Projekt steckt. Auch ein sorgfältig ausgearbeiteter Businessplan erhöht die Chancen, genügend Kapitalgeber von der Projektidee zu überzeugen.

Neben einer ausführlichen Beschreibung, um was es bei dem Projekt geht, und einem detaillierten Businessplan muss der Kapitalsuchende einen Zeitrahmen für sein Projekt definieren, also einen Start- und einen Endpunkt angeben. Außerdem muss er beziffern, wie viel Geld eingesammelt werden soll.

Ist das Projekt online, sollte der Kapitalsuchende darauf achten, dass seine Beschreibung auf dem aktuellen Stand bleibt. Zudem sollte er das Projekt weiter bewerben und mit potenziellen Geldgebern kommunizieren, um sich auf diese Weise die Chance zu sichern, genügend Unterstützer zu finden. Ist die benötigte Geldsumme erreicht, kann das Projekt umgesetzt werden. Während der Umsetzung kann der Kapitalsuchende einen E-Mail-Verteiler einrichten, durch den er die Kapitalgeber über die Fortschritte informiert.

Gleichzeitig bleibt er so mit seinen Unterstützern in Kontakt, was eine gute Vertrauensbasis schafft. Ist das Projekt erfolgreich vorangeschritten oder zu Ende gebracht, erhalten die Kapitalgeber die anfangs vereinbarte Gegenleistung für ihre Unterstützung.

Kommt die benötigte Geldsumme in der genannten Zeit hingegen nicht zusammen, kann das Projekt nicht starten und die Kapitalgeber bekommen ihre Einsätze wieder.

 

Was ist der Unterschied zwischen Crowdfunding und Crowdinvesting?

Beim Crowdfunding geht es darum, Kapitalgeber zu finden, die durch ihre finanzielle Beteiligung die Umsetzung eines Projekts unterstützen. Die Beträge, mit denen sich die einzelnen Geldgeber beteiligen, bleiben dabei in aller Regel in einem überschaubaren Rahmen.

Im Unterschied zum Crowdfunding beteiligen sich die Geldgeber beim Crowdinvesting direkt an dem Unternehmen, indem sie Unternehmensanteile kaufen. Folglich sind die Geldgeber auch an den Gewinnen und an den Verlusten beteiligt. Teilweise wird das Crowdinvesting deshalb auch als Crowdfunding für Start-Ups bezeichnet.

Dabei gibt es spezielle Plattformen, über die neu gegründete Unternehmen private Geldgeber für eine Anschubfinanzierung suchen können. Daher sind die Geldbeträge, die mittels Crowdinvesting eingesammelt werden sollen, meisten höher als beim klassischen Crowdfunding.

 

Was ist, wenn es beim ersten Anlauf nicht klappt?

Es kann durchaus passieren, dass ein Projekt im ersten Anlauf nicht genügend Unterstützer findet. In diesem Fall sollte der Kapitalsuchende seine Idee aber nicht gleich wieder verwerfen, sondern seine Projektidee überarbeiten und in nachjustierter Form noch einmal vorstellen.

Ein großer Pluspunkt der Crowdfunding-Plattformen ist nämlich, dass potenzielle Geldgeber und Interessierte die vorgestellten Projekte kommentieren. Außerdem benennen sie oft auch Kritikpunkte und Schwachstellen. Dieses Feedback kann der Kapitalsuchende nutzen, um an seiner Idee zu feilen.

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