Investment-Angebote in den sozialen Medien: Besser vorsichtig sein! 2. Teil

Investment-Angebote in den sozialen Medien: Besser vorsichtig sein! 2. Teil

Um innerhalb kurzer Zeit hohe Gewinne einzustreichen, reichen ein paar gute Börsentipps von versierten Trading-Profis aus. Bereits wer eine kleine Summe investiert, kann seinen Einsatz sehr schnell verhundertfachen. Solche Werbeversprechen finden sich zuhauf in den sozialen Medien. Nur leider sind die Angebote in der Realität meist zu schön, um wahr zu sein. Wer sich darauf einlässt, muss damit rechnen, dass er sein Geld verliert.

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Investment-Angebote in den sozialen Medien Besser vorsichtig sein! 2. Teil

In einem zweiteiligen Beitrag schauen wir uns die vermeintlichen Investment-Angebote in den sozialen Medien einmal näher an. Dabei haben wir im 1. Teil die Idee hinter der Masche erläutert und erklärt, was mit Social und Copy Trading gemeint ist.

Außerdem haben wir aufgezeigt, welche Gefahren Trading Tipps bergen und warum es fragwürdige Anbieter in den sozialen Medien besonders leicht haben.

Hier ist der 2. Teil!:

Vorgespielte Privatsphäre

Ist ein Erstkontakt zustande gekommen, möchten dubiose Anbieter die Kommunikation mit ihren Opfern gerne in einer privaten Gruppe fortsetzen. Dazu richten sie Gruppen bei Nachrichtendiensten wie WhatsApp ein, denen der Anleger beitreten kann.

Der Hintergrund hierzu ist, dass in privaten Gruppen alle Inhalte gepostet werden können, ohne dass es eine rechtliche Überprüfung gibt.

In den Chats mit den Gruppenmitgliedern geht die Werbung weiter. Bilder von anderen Anlegern sollen belegen, wie erfolgreich das Modell ist. Durch diese Vorgehensweise nutzen die Anbieter einen psychologischen Trick.

Je mehr Leute die Methode bestätigen, desto glaubwürdiger und realer erscheint sie. Sollte es wirklich so einfach sein, Geld zu verdienen, möchte sich natürlich niemand diese Chance entgehen lassen.

In Wahrheit geht es bei den Nachrichten aber nur darum, den Anleger zu einer ersten Investition zu verleiten.

Fake-Portale

Um die Erstinvestition zu tätigen, wird der Anleger oft dazu aufgefordert, sich in einem bestimmten Investment-Portal anzumelden.

Teilweise kann er das Portal auch erst einmal unverbindlich testen.

Doch unabhängig davon, ob es um Spielgeld oder eine reale Investition geht, machen die Portale einen authentischen und sehr professionellen Eindruck. In aller Regel kann der Anleger auch schon nach kurzer Zeit beobachten, wie einfach sich das eingesetzte Kapital vermehren lässt.

In Wahrheit handelt es sich bei dem angelegten Trading-Konto meist um eine Fälschung und bei den angezeigten Kursen und Gewinnen nur um Simulationen. Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen, aber es ist davon auszugehen, dass viele der Trading-Portale, die auf diese Weise angeboten werden, reine Fakes sind.

Mit manipulierten Kursen kann ein angeblich funktionierendes Trading-System schließlich besonders gut demonstriert werden.

Skeptisch sollte der Anleger werden, wenn die Nutzung des Portals erfordert, dass er eine Software herunterlädt. Denn bei der Software kann es sich um eine Schadsoftware handeln, die Daten ausspioniert oder anderweitigen Schaden anrichtet.

Investment-Angebote in den sozialen Medien Besser vorsichtig sein! 2. Teil (1)

Anrufe von Profi-Tradern

War der Anleger einmal im Portal aktiv, wird er in vielen Fällen von angeblichen Profi-Tradern angerufen. Sie möchten ihn dabei unterstützen, sein Geld noch rentabler zu investieren, um die Gewinne zusätzlich zu erhöhen.

Tatsächlich geht es aber darum, den Anleger dazu zu bringen, immer höhere Investitionen zu tätigen.

Mitunter sieht es so aus, als wäre das Investment des Anlegers erfolgreich. Meist hat er sein Geld zu diesem Zeitpunkt aber schon verloren. Allerdings fällt dem Anleger das erst auf, wenn er sich sein Geld auszahlen lassen will.

Eine gängige Masche an dieser Stelle ist, dass der Kundenservice des Portals auf Zeit spielt und die Auszahlung unter Vorwänden hinauszögert. So soll der Anleger zum Beispiel Kopien vom Ausweis, der Kreditkarte oder einer Meldebescheinigung als Identitätsnachweise einreichen.

Doch dann nennt der Kundenservice verschiedene Gründe, warum die eingereichten Unterlagen nicht anerkannt werden können.

Kryptowährungen und Investment-Clubs

Für viele Anleger sind Kryptowährungen sehr interessant, aber nur schwer zu überschauen. Unseriöse Anbieter machen sich das zunutze, indem sie anstelle von Direktinvestitionen mit alternativen Geschäftsmodellen werben.

Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Teilnahme am Mining oder Investments in andere Krypto-Produkte handeln. Neben Kryptowährungen kann es auch um Investitionen in andere Währungen, Rohstoffe, Aktien, Fonds oder Zertifikate gehen.

Damit der Anleger an solchen indirekten Investments teilhaben kann, muss er zunächst investieren und wird danach in einer Art Investment-Club aufgenommen. Zeigt er nur Interesse, will aber noch nicht investieren, wird er oft zu besonderen Live-Events eingeladen.

Dort wird das Modell ausführlich erläutert. Häufig erzählen auch Teilnehmer, die dem Club angehören, wie viel Geld sie mit ihrer Investition angeblich verdient haben.

Im Unterschied zu den Trading-Portalen geht es hier nicht nur darum, dass der Anleger immer weiter investiert. Stattdessen soll er nach dem Event so sehr von dem Modell überzeugt sein, dass er selbst neue Mitglieder für den Club anwirbt. Die Idee basiert also auf dem Prinzip des Schneeballsystems.

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Viele Betrüger sitzen im Ausland

Hat der Anleger den Betrug bemerkt und möchte dagegen vorgehen, wird er feststellen, dass die meisten Profile und Internetseiten der Anbieter im Ausland registriert sind. Dadurch wird es umso schwerer, rechtliche Schritte einzuleiten.

Innerhalb der EU wird als Standort Zypern besonders oft gewählt. Die Anleger sollen das Geld ebenfalls oft auf Konten im Ausland überweisen, so zum Beispiel in Bulgarien, Litauen, der Schweiz oder Großbritannien.

Innerhalb der EU können Rechtsfragen zwar grundsätzlich besser geklärt werden. Allerdings werden Anfragen oft erst mit Verspätung oder gar nicht bearbeitet. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) leitet Beschwerden an die zuständigen Aufsichtsbehörden im EU-Ausland weiter.

Offensichtlich sind die dortigen Behörden aber mit der Vielzahl an Trading-Anbietern überfordert oder scheuen davor zurück, Konten zu schließen und Gelder zu beschlagnahmen. Dass Betrugsopfer ihr Geld wiedersehen, ist äußerst unwahrscheinlich.

Andere Plattformen registrieren sich ganz gezielt im außereuropäischen Ausland. Denn dort müssen sie keine Überwachung durch die EU und keine rechtlichen Konsequenzen fürchten.

Geld, das der Anleger dorthin überwiesen hat, kann er praktisch nicht mehr zurückholen. Bevor sich der Anleger von wohlklingenden Versprechen blenden lässt, sollte er also ganz genau hinschauen und Vorsicht walten lassen.

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Armin Stolz, - Finanzberater, Siegmund Taubel, - Investmentbanker, Marina Mekovic, - Aktienanalystin, Isabella Dorant (E-Book Autorin), sowie Christian & Ferya Gülcan , Unternehmer/in, Gründer, VC-, Immobilien- und Kryptoinvestoren, sowie Redakteure und Betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, geben Tipps und Ratgeber zu Geldanlagen, Investments und allgemeinen Finanzthemen. Die Inhalte des Informationsangebots, stellen keine Finanzberatung oder Anlageberatung dar - somit ersetzen die Inhalte auch keine persönliche Beratung mit einen Finanzberater oder Steuerberater.

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