Info-Ratgeber rund um Bitcoins, Teil 1

Info-Ratgeber rund um Bitcoins, Teil 1

Anfang 2009 tauchten, mehr oder weniger aus dem Nichts heraus, die ersten 50 Bitcoins auf. Damals war die neuartige digitale Währung und das dazugehörige Überweisungssystem vor allem für ausgewiesene IT-Fans ein Thema.

Inzwischen sind Bitcoins längst keine Randerscheinung mehr. Das Interesse an der digitalen Währung wächst zunehmend und ruft immer mehr Anleger und Sparer auf den Plan.

Ende 2017 waren über 16 Millionen Bitcoins im Umlauf, gleichzeitig hatte sich ihr Preis in diesem Jahr verzehnfacht. Anfang 2018 brach der Preis zwar ein, doch der Hype um Bitcoins ist ungebrochen. Nur: Was sind Bitcoins eigentlich genau? Wie funktioniert der Handel? Wo liegen die Risiken? Und eignen sich Bitcoins als Geldanlage? Diese und weitere Fragen beantworten wir in einem ausführlichen Info-Ratgeber rund um Bitcoins.

Hier ist Teil 1.:

 

Was genau sind Bitcoins?

Der Name Bitcoins setzt sich aus den Begriffen Bit und coins zusammen. Bit ist eine Maßeinheit in der Informatik, coins ist das englische Wort für Münzen. Bitcoins sind damit Münzen, die nur digital existieren. Anstelle von digitalen Münzen werden Bitcoins auch als digitale Währung oder Internetwährung bezeichnet.

Ein Ziel ist, dass Bitcoins eine Alternative zu staatlichen Zahlungsmitteln werden sollen. Für die Besitzer soll es also irgendwann möglich sein, mit ihren Bitcoins wie mit ganz normalem Geld zu bezahlen. Gleichzeitig steht die digitale Währung für ein sicheres Tauschsystem.

Dazu sollen die Mitglieder im Netzwerk untereinander weltweit Geld übertragen und alle Transaktionen selbst kontrollieren können, ohne dass eine Bank dazwischengeschaltet ist. Übertragungen von Bitcoins sollen auch nachträglich nicht manipuliert werden können.

Umgesetzt wird das durch die sogenannte Blockchain. Dahinter verbirgt sich ein digitales Register, in dem alle durchgeführten Transaktionen gespeichert sind. Die Mitglieder im Netzwerk können die Vorgänge prüfen, während leistungsstarke Rechner die Transaktionen in aufwändige Rechenaufgaben einbetten. Ein Betrug wird dadurch nahezu unmöglich.

 

Welchen Preis haben Bitcoins?

Was Bitcoins kosten, hängt vom Angebot und der Nachfrage ab. Nachdem die Medien immer häufiger über die digitale Währung berichtet hatten, stieg das Interesse an Bitcoins. Damit wurde auch die Nachfrage stetig größer. Andererseits ist das Angebot begrenzt.

Denn es dauert seine Zeit, bis neue Münzen verfügbar sind. Außerdem hat sich das Netzwerk selbst eine Obergrenze gesetzt. Sie liegt bei 21 Millionen Bitcoins, soll aber erst in mehreren Jahrzehnten erreicht sein. Die Grenze trägt der Idee Rechnung, dass es im Zahlungssystem mit Bitcoins keine Inflation geben soll.

Als Bitcoins 2009 ins Leben gerufen wurden, waren sie nahezu unbekannt. Sowohl das Angebot als auch die Nachfrage waren gering und der Kurs der digitalen Münzen betrug nicht einmal einen US-Dollar. Damals wurden Bitcoins vor allem von Leuten gekauft, die sich eine Währung wünschten, die weder vom Staat noch von Banken abhängig war.

Spätestens 2017 entdeckten dann Spekulanten die Internetwährung. Sie sahen viel Potenzial in Bitcoins und der Computertechnologie, die dahintersteht. Also investierten sie kräftig und trieben damit gleichzeitig den Preis in die Höhe. Mitte Dezember 2017 waren an der US-Optionsbörse CBOE in Chicago erstmals Wetten auf den Kurs der digitalen Münzen möglich. Kurz darauf ließen weitere große Terminbörsen Wetten zu.

Diese Entwicklungen führten dazu, dass sich der Kurs der Bitcoins im Verlauf des Jahres 2017 mehr als verzehnfachte. Mitte Dezember 2017 erreichte der Kurs dann seinen bisherigen Höchststand: Am 16. Dezember kostete eine digitale Münze knapp 16.000 Euro. Um sich die Gewinne zu sichern, begannen große Anleger damit, ihre Bitcoins wieder zu verkaufen. Privatanleger taten es ihnen gleich. Das Ergebnis war, dass sich der Kurs in den ersten Wochen des Jahres 2018 gut halbierte.

 

Wo kann ein Anleger Bitcoins kaufen?

Bitcoins werden an verschiedenen Handelsplätzen im Internet gehandelt. So gibt es zum einen diverse Bitcoin-Börsen. Hier kann der Anleger Bitcoins kaufen und verkaufen, wobei er die Internetwährung dann gegen seine Landeswährung eintauscht und umgekehrt. Zum anderen gibt es Tauschplattformen.

Eine Tauschplattform ist keine Börse, sondern funktioniert eher wie ein Marktplatz. Der Anleger meldet sich dazu an und kann anschließend im Stil von klassischen Kleinanzeigen seine Kauf- und Verkaufsangebote einstellen. Dabei bestimmt er den Preis für seine Bitcoins selbst.

Nutzer können die verschiedenen Angebote miteinander vergleichen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, lohnt sich ein Blick auf aktuelle Preislisten. Auf bitcoincharts.com beispielsweise gibt es eine Übersicht, zu welchen Kursen Bitcoins derzeit an den verschiedenen Börsen und Tauschplattformen gehandelt werden. Damit kann der Anleger einschätzen, wie gut ein Angebot ist.

Möchte der Anleger an einer Börse mit Bitcoins handeln, muss er ein Bankkonto hinterlegen und dieses Konto verifizieren. Denn die Börsen sind dazu verpflichtet, die Identität der Händler zu überprüfen und zu speichern. Dadurch soll beispielsweise Geldwäsche entgegengewirkt werden. Die Identitätsprüfung erfolgt über das Post- oder das Video-Ident-Verfahren. Je nach Börse kann die Verifizierung kostenpflichtig sein.

Bei Tauschplattformen kann der Anleger teilweise auf die Identitätsprüfung verzichten. Allerdings kann er dann nur kleine Beträge handeln. Zudem ist gut möglich, dass andere Nutzer keine Geschäfte eingehen wollen, solange sich der Anleger nicht identifiziert hat. Damit ein uneingeschränkter Handel möglich ist, führt also auch bei Tauschplattformen letztlich kein Weg an der Verifizierung vorbei.

 

Was ist ein Wallet?

Kauft ein Anleger Bitcoins über eine Börse oder eine Tauschplattform, kann er die digitalen Münzen auf seinem dortigen Nutzerkonto belassen. Allerdings sind die Internetseiten nicht unbedingt sicher. In der Vergangenheit kam es immer mal wieder vor, dass es Hackern gelungen ist, die Seiten lahmzulegen, die Nutzerkonten zu knacken und leer zu räumen.

Die Bitcoins sind in diesem Fall weg, ersetzt werden sie üblicherweise nicht. Deshalb ist der Anleger besser beraten, wenn er sich ein Wallet anlegt und seine Bitcoins dort lagert. Ein Wallet ist eine digitale Geldbörse.

Sie funktioniert im Prinzip genauso wie ein echter Geldbeutel, nur dass sich darin anstelle von echten Geldmünzen und Geldscheinen eben digitale Münzen befinden.

Wallets werden von verschiedenen Anbietern zur Verfügung gestellt. Der Anleger kann seine digitale Geldbörse dann entweder auf dem Computer, dem Smartphone oder einem speziellen externen Speichergerät aufbewahren. Ebenfalls möglich ist, einen Online-Account einzurichten und als Wallet zu nutzen.

Um auf die digitale Geldbörse zuzugreifen, braucht der Anleger dann nur eine Internetverbindung. Der Nachteil dieser Variante ist aber, dass sich Hacker Zugriff auf das Online-Konto verschaffen könnten.

Möchte der Anleger ein Wallet einrichten, wählt er zuerst einen Anbieter aus und lädt sich dann die Software auf seinen Computer herunter. Für das Smartphone gibt es entsprechende Apps. Personenbezogene Daten muss der Anleger bei der Einrichtung seiner digitalen Geldbörse nicht angeben. Es genügt, wenn er eine persönliche PIN für seinen Zugang festlegt.

Zusätzlich dazu wird ihm ein Offline-Schlüssel zugewiesen. Dieser besteht aus zufällig aneinandergereihten Wörtern. Diese Wortkombination sollte sich der Nutzer auch unbedingt notieren und gut aufheben. Denn der Offline-Schlüssel dient als Sicherungskopie. Sollte es zu einem technischen Defekt kommen oder der Nutzer beispielsweise sein Smartphone verlieren, braucht er die Wortkombination, um an seine Bitcoins zu kommen.

Mehr Ratgeber, Tipps, Anleitungen und Geldanlagen:

Thema: Info-Ratgeber rund um Bitcoins, Teil 1

Teilen:

Kommentar verfassen