3 Missverständnisse zu Stablecoins

3 Missverständnisse zu Stablecoins

Im Zusammenhang mit Kryptowährungen denkst du vielleicht an die enormen Gewinne, die möglich sind. Immerhin haben einige der digitalen Währungen ihren Wert im Laufe der Zeit in ungeahnten Ausmaßen vervielfacht. Wahrscheinlich hast du aber auch die genauso heftigen Kursschwankungen im Hinterkopf. Es kam schließlich mehrfach vor, dass Kryptowährungen wie zum Beispiel der Bitcoin zwischendurch regelrecht abgestürzt sind.

3 Missverständnisse zu Stablecoins

Doch bei der drittgrößten Kryptowährung Tether ist genau das Gegenteil der Fall. Ihr Wert ist erstaunlich stabil, der Kurs schwankt um kaum mehr als wenige Zehntelprozent.

Ganz ähnlich sieht es bei einer weiteren Gruppe von Kryptowährungen aus, nämlich den Stablecoins:

Was sind Stablecoins?

Bei Stablecoins handelt es sich um eine spezielle Form von Kryptowährungen. Die größten sind neben Tether USD-Coin (USDC), Dai und Ethena (USDe). Bei Stablecoins steht die Wertstabilität klar im Vordergrund.

Damit diese Stabilität gegeben ist, sind Stablecoins an einen anderen Vermögenswert als Referenzgröße gekoppelt. In den meisten Fällen sind das der US-Dollar oder der Euro.

Ein Stablecoin ist also zum Beispiel immer einen Euro wert. Zwar schwankt auch der Kurs vom Euro immer mal wieder, aber diese Kursschwankungen sind längst nicht so ausgeprägt wie bei Bitcoin, Ether und anderen Kryptowährungen.

Tatsächlich ist das Ziel, den Wert der Stablecoins möglichst konstant zu halten, damit sie sich auch für alltägliche Transaktionen eignen. In der volatilen Kryptowelt sind sie also gewissermaßen der Ruhepol.

Missverständnisse zu Stablecoins

Stablecoins sind nicht neu. In jüngster Vergangenheit gab es aber recht viel Wirbel um das Thema. So zeigten die Zahlen, dass das Transaktionsvolumen aller Stablecoins zusammen im Jahr 2024 rund 27,6 Billionen US-Dollar betrug. Das ist mehr Geld, als Mastercard und Visa gemeinsam bewegt haben.

Dazu kam, dass im Juni 2025 mit Circle ein Herausgeber von Stablecoins den Schritt an die Börse gewagt hat. Bereits am ersten Tag kletterte der Kurs der Aktie um über 200 Prozent nach oben.

Ein neues Gesetz namens „GENIUS Act“ reguliert Stablecoins in den USA erstmals. Auch die Ankündigung von Amazon und Walmart, eigene Projekte auf den Weg zu bringen, sorgte für Aufwind.

Aber macht all das Stablecoins zu einer interessanten Geldanlage? Bevor du über ein Investment nachdenkst, stellen wir drei typische Missverständnisse klar:

  1. Stablecoins sind sicher.

Obwohl die größten Stablecoins staatliche Währungen abbilden, haben die Zentralbanken nichts damit zu tun. Herausgeber sind stattdessen in aller Regel Unternehmen.

Genau hier liegt auch das größte Risiko für dich. Denn möglicherweise tauscht der Herausgeber deine Stablecoins irgendwann nicht mehr in Euro oder US-Dollar zurück, weil er zum Beispiel insolvent ist. In diesem Fall wäre dein investiertes Geld verloren.

Ein weiteres Risiko ergibt sich durch die Funktionsweise. Stablecoins, die 1:1 physische Reserven in Form von realen Währungen wie dem US-Dollar oder dem Euro als Deckung haben, gelten als die sicherste Variante.

Deutlich unsicherer sind Stablecoins, die durch Kryptowährungen gedeckt sind oder die gar keine Reserven haben, sondern Angebot und Nachfrage durch Algorithmen steuern.

So oder so kommt es aber darauf an, dass der Herausgeber transparent arbeitet und es regelmäßig unabhängige Überprüfungen gibt, ob und wie die Deckung der Stablecoins eingehalten wird.

  1. Stablecoins unterliegen einer staatlichen Regulierung.

Bei Stablecoins greift keine gesetzliche Einlagensicherung. Im Unterschied zu Fonds oder ETFs zählen die Reserven, die die Stablecoins decken, üblicherweise auch nicht zum Sondervermögen der Herausgeber.

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Es existieren zwar staatliche Regulierungen. In einem Markt, der weltweit funktioniert, ergeben sie aber bestenfalls einen Flickenteppich. In der EU enthält die MiCA-Verordnung Regeln, in den USA reguliert bald der GENIUS Act.

Einen umfassenden Schutz bieten dir die Regulierungen aber trotzdem nicht. Das liegt ganz einfach daran, dass viele Herausgeber von Stablecoins ihren Sitz in anderen Ländern haben.

  1. Mit Stablecoins lassen sich Renditen erzielen.

Stablecoins werden in erster Linie als stabile Brückenwährung im Handel mit Kryptowährungen eingesetzt, ähnlich wie Bargeld im Einzelhandel.

Viele Kryptotrader greifen auf Stablecoins zurück, um das Geld wertstabil zwischenzulagern oder zu parken, wenn sie andere Kryptowährungen verkauft haben oder kaufen wollen.

Verglichen mit normalen Banküberweisungen ins Ausland, lassen sich Transaktionen mit Stablecoins schneller und kostengünstiger abwickeln. Außerdem sind Stablecoins in manchen Ländern wertstabiler als die lokale staatliche Währung.

Stablecoins sind also nicht als Renditeobjekte konzipiert, sondern auf den Zahlungsverkehr ausgelegt. Renditen sind zwar grundsätzlich möglich.

Allerdings bleibt das bestenfalls echten Krypto-Profis vorbehalten, die bereit sind, sehr hohe Risiken einzugehen, und den Umgang mit komplexen technischen Mechanismen wie dem Lending oder dem Liquidity Mining beherrschen.

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Was heißt das für dich?

Stablecoins eignen sich hauptsächlich für den Handel mit verschiedenen Kryptowährungen. Im dezentralen Finanzsystem erfüllen sie außerdem bestimmte Zwecke.

Als Privatanleger:in wirst du mit Stablecoins kaum in Berührung kommen. Und für eine ausgewogene Geldanlage, mit der du langfristig und solide Vermögen aufbauen kannst, sind sie viel zu riskant.

Möchtest du trotzdem Stablecoins verwenden, solltest du dich im Vorfeld gut informieren und einen vertrauenswürdigen Herausgeber wählen.

Den Kauf wickelst du am besten über eine Kryptobörse ab, die von der BaFin reguliert ist. Die Vorgehensweise ist dabei genauso wie beim Kauf von Bitcoin und anderen Kryptowährungen.

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Armin Stolz, - Finanzberater, Siegmund Taubel, - Investmentbanker, Marina Mekovic, - Aktienanalystin, Isabella Dorant (E-Book Autorin), sowie Christian & Ferya Gülcan , Unternehmer/in, Gründer, VC-, Immobilien- und Kryptoinvestoren, sowie Redakteure und Betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, geben Tipps und Ratgeber zu Geldanlagen, Investments und allgemeinen Finanzthemen. Die Inhalte des Informationsangebots, stellen keine Finanzberatung oder Anlageberatung dar - somit ersetzen die Inhalte auch keine persönliche Beratung mit einen Finanzberater oder Steuerberater.

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