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Fragen und Antworten zu Basel III E-Mail

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Basel III 

Basel III führt letztlich das zu Ende, was bereits im Oktober 1986 unter der britischen Regierung Thatcher in London begann, nämlich die schrittweise Einschränkung der Vormachtstellung des Bankensektors mittels unterschiedlicher Vorschriften.

Im Wesentlichen geht es bei der Reform darum, dass die Banken ihr Eigenkapital künftig in größerem Umfang aufstocken müssen, um sich so besser gegen mögliche Krisen in der Zukunft absichern zu können.

Sollte es künftig zu einer Krise kommen, sollen die Banken also durch die höhere Eigenkapitalquote über ein Instrument zur Selbsthilfe verfügen und nicht mehr auf die Rettung durch die Steuerzahler angewiesen sein.

 

 

Die Basis für Basel III bilden drei grundlegende Punkte, die das gesamte Finanzsystem in besonderem Maße angreifbar machen. So ist zum einen die Eigenkapitalquote vieler Banken und Kreditinstitute nicht hoch genug, um Krisen ohne größere Schäden zu überleben. Zum anderen sind viele Banken hoch verschuldet, wodurch bei Verlusten schnell der Konkurs droht.

Der dritte Punkt ist der, dass sich die Banken auch untereinander Geld leihen. Gerät eine Bank nun in finanzielle Schwierigkeiten, kann sie dadurch andere Banken ebenfalls in eine ungünstige Lage bringen. Was bedeutet Basel III nun aber konkret für die Banken, die Investoren und die künftige Entwicklung der Finanzmärkte?

 

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu Basel III auf einen Blick:

 

Was ist Basel III konkret?

Basel III bestimmt im Wesentlichen über die künftige Kapitalausschüttung der Banken, legt also fest, über welche Kapitalreserven eine Bank verfügen muss, wenn Kredite vergeben werden. Bislang ergeben sich aus den Regelungen nach Basel II, dass Banken Kernkapital in Höhe von vier Prozent nachweisen müssen.

Kernkapital ist das Kapital, über das eine Bank bei finanziellen Schwierigkeiten als Reserve verfügt, beispielsweise wenn umfangreiche Kredite nicht zurückgezahlt werden. Die Quote des Kernkapitals, die auch als Eigenkapitalquote bezeichnet wird, beschreibt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und vergebenen Krediten.

Künftig muss diese Quote bei mindestens sechs Prozent liegen, außerdem muss die Bank einen Puffer von 2,5 Prozent nachweisen.   

 

Welche neuen Regelungen gibt es durch Basel III?

Die neuen Regelungen von Basel III stellen die Ursachen in den Mittelpunkt, die maßgeblich für eine Bankenkrise verantwortlich sind, nämlich eine zu geringe Eigenkapitalquote und ein zu hoher Verschuldungsgrad. Damit diese beiden Risikofaktoren künftig reduziert sind, muss die Eigenkapitalquote von vier Prozent auf sechs Prozent plus einem Puffer von 2,5 Prozent erhöht werden.

Durch die höhere Eigenkapitalausstattung soll eine Bank in der Lage sein, Zahlungsausfälle abzufangen, wenn Kreditnehmer ihre Kredite nicht mehr vertragsgemäß zurückzahlen können. Allerdings soll nicht nur die Höhe, sondern auch die Zusammensetzung des Kernkapitals strengeren Regeln unterliegen. So soll künftig sogenanntes hartes Kernkapital den Hauptteil bilden. Zu hartem Kapital gehören beispielsweise Gewinne und Stammaktien.   

 

Zu welchen Änderungen führt Basel III?

Die beiden wesentlichen Änderungen bestehen zum in einen der höheren Eigenkapitalquote und zum anderen darin, dass das Eigenkapital künftig hauptsächlich aus harten Kapitalformen gebildet werden muss. Bislang setzte sich das Eigenkapital vielfach aus stillen Einlagen zusammen, die die Landesbanken vom Staat erhielten.

Da diese stillen Einlagen aber nicht zu den harten Kapitalformen gehören, bedeutet das für die Banken letztlich, dass sie entweder höhere Gewinne erwirtschaften und einen größeren Anteil hiervon zurücklegen oder ihre Kreditvergabe reduzieren müssen.  

 

Welche Auswirkungen hat Basel III für Investoren und Privatanleger?

Da die Banken künftig ihre Eigenkapitalquote von vier auf insgesamt mindestens 8,5 Prozent erhöhen müssen, müssen sie einen größeren Teil ihrer Gewinne zurücklegen. Eine Erhöhung der Eigenkapitalquote ist einerseits möglich, indem die Banken weniger Kredite vergeben, und andererseits dadurch, dass keine oder niedrigere Dividenden ausgeschüttet werden.

Durch niedrigere Dividenden verlieren Aktien als Anlageobjekte jedoch an Attraktivität. Da Banken Gewinne auch mit dem Geld der Anleger erwirtschaften, könnte außerdem eine weitere Folge sein, dass Bankgeschäfte generiert werden, die bessere Renditechancen versprechen.

Mit höheren Renditechancen steigt aber auch das Risiko, was dann auch Auswirkungen für Investoren und Privatanleger haben könnte. 

 

Was bedeutet Basel III für die Kreditvergabe?

Infolge der Verpflichtung zu einer höheren Eigenkapitalquote ist davon auszugehen, dass die Kreditvergabe künftig eingeschränkt werden wird.

Wahrscheinlich ist außerdem, dass die Kreditkosten steigen werden, Banken also höhere Zinsen für Kredite verlangen werden. Für Kreditnehmer würde dies letztlich bedeuten, dass es schwerer und teurer wird, einen Kredit zu nutzen.

Werden jedoch weniger Kredite in Anspruch genommen, kann sich dies auf den allgemeinen Konsum und damit auch auf das Wirtschaftswachstum auswirken. 

 

Was wird an Basel III kritisiert?

Nachdem Basel III eine Erhöhung der Eigenkapitalquote vorschreibt, müssen Banken höhere Gewinne erwirtschaften oder die Vergabe von Krediten einschränken. Hier liegt einer der größten Kritikpunkte an Basel III, denn es wird befürchtet, dass die Kreditvergabe künftig deutlich reduziert werden könnte.

Zudem könnten die strengeren Vorschriften dazu führen, dass die Kreditkosten steigen. Ein weiterer Kritikpunkt liegt darin, dass Experten gravierende Änderungen im Bankensektor erwarten, die sich in einer Bereinigung des Marktes und einer Konsolidierung des Bankensektors äußern könnten. Anders ausgedrückt heißt das, dass weitere Fusionen und Aufkäufe nicht ausgeschlossen sind.

   

 

Ab wann wird Basel III wirksam?

Nachdem im November 2010 im Rahmen des G-20-Gipfels über die neuen Regelungen debattiert wurde, geht es jetzt darum, die Regelungen als Gesetze in den einzelnen Ländern in gültiges Recht umzuwandeln.

Grundsätzlich soll Basel III ab 2013 schrittweise eingeführt werden, wobei einzelne Regelungen schon ab 2011 in Kraft treten sollen. Es wird allerdings eine Übergangsphase geben, die es den Banken ermöglicht, ihre Eigenkapitalquote nach und nach an die strengeren Regelungen anzupassen.

 

Weiterführende Kapitalmärkte, Beteiligungen und Finanz-Tipps:

Checkliste zur Beantragung von EU-Fördergeldern
Fragen und Antworten zu Incoterms
Infos zum Traden mit Handelssignalen
Clevere Finanzierungsvarianten für Unternehmer
Die größten und bedeutendsten Ökonomen aller Zeiten 

Thema: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Basel III 

 
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