Die größten und bedeutendsten Ökonomen

Die größten und bedeutendsten Ökonomen aller Zeiten  

Wer sich nicht ständig mit der Volkswirtschaftlehre befasst, wird nur schwer nachvollziehen können, wie es dazu kommen konnte, dass ein Ausfall der Subprime-Kredite in den USA zu einer weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise führen konnte.

Allerdings ist es nicht notwendig, sich durch zahlreiche Bücher zu arbeiten, denn es gibt eine Reihe von Ökonomen, die im Grunde alle Informationen liefern, die die Entstehung, die Ursachen und die Entwicklungen von Wirtschafts- und Finanzmärkten erklären.

Bei einer Liste mit den bedeutendsten Ökonomen aller Zeiten müsste eigentlich Dagobert Duck auf Platz eins stehen. Schließlich hat die 1947 erfundene Ente, die die reichste Ente der Welt ist, ganzen Generationen gezeigt, was Kapitalismus ist. Dabei hat die Ente ihr Vermögen nicht wie die heutigen Protagonisten in wagemutigen Finanztransaktionen quer durch die Welt erwirtschaftet. Stattdessen ist Dagobert Duck ganz klassisch vorgegangen, mit altbewährten Mustern wie Sparsamkeit, Spießigkeit und Geiz sowie durch Investitionen in Industriebesitz und Bodenschätze.

In der nachfolgenden Liste geht es aber um die größten und bedeutendsten Ökonomen aller Zeiten, die tatsächlich gelebt haben oder noch leben und deren Ideen, Konzepte und Warnungen uns auch heute noch eine Lehre sein sollten: 

John Maynard Keynes, 1883 bis 1946

Die Kernaussage des britischen Ökonoms in seiner “General Theory” lässt sich vereinfacht damit zusammenfassen, dass selbst flexible Preise und Löhne nicht automatisch zu Vollbeschäftigung führen. In der Volkswirtschaft galt diese Aussage in Form des Say´schen Theorems über viele Jahre als Gesetz.

Aus seiner Aussage leitete Keynes die Forderung ab, dass es Aufgabe der Regierung und der Notenbank ist, Maßnahmen gegen eine anhaltende Unterbeschäftigung zu ergreifen, denn einfaches Abwarten sei überaus gefährlich.

Gerade angesichts der Finanzkrise erlebte der Ökonom ein regelrechtes Comeback und plötzlich beriefen sich nicht nur Politiker und Wirtschaftsgrößen, die sich für einen größeren Einflusses des Staates stark machen, auf Keynes Theorien, sondern auch Vertreter der Markwirtschaft. Allerdings werden Keynes Aussagen gerne falsch interpretiert, denn einem Anhäufen von Schuldenbergen hätte der Ökonom sicher nicht zugestimmt.  

Adam Smith, 1723 bis 1790

Der schottische Ökonom gilt als Begründer der klassischen Nationalökonomie und steht mit seinen Theorien im absoluten Gegensatz zu Keynes. So lässt sich Smiths Kernaussage in seinem “Wohlstand der Nationen“ vereinfacht damit zusammenfassen, dass der Staat zwar aufpassen, aber nur im Notfall eingreifen sollte.

Dabei legt Smith die Annahme zugrunde, dass das freie Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage selbst alles Wesentliche regelt, unabhängig davon, ob es um Güter oder den Arbeitsmarkt geht.

Angesichts der Finanzkrise wurde Smith gerne als eine Art gedanklicher Anwalt der heutigen Investmentbanker abgestempelt. Dies trifft aber insofern nicht zu, als dass sich der sehr auf Moral und Philosophie bedachte Smith für Freiheit starkmachte, nicht für Gier.  

Joseph Alois Schumpeter, 1883 bis 1950

Der österreichisch-amerikanische Ökonom prägte den Begriff Innovation. Seine Theorie besagt im Kern, dass eine Volkswirtschaft nur dann dauerhaft überleben kann, wenn sie sich immer wieder neu erfindet und bereit ist, alte und ausgediente Branchen, Strukturen und auch Unternehmen abzuschaffen.

Zudem war er der Ansicht, dass der Kapitalismus langfristig nicht überleben kann. Dies begründete er damit, dass die Bereitschaft, neue Unternehmen zu gründen und neue, innovative Wege zu gehen, mit jeder Generation sinkt.

Vor dem Hintergrund, dass heute in vielen entwickelten Industrieländern immer weniger Unternehmen gegründet werden und sich der Nachwuchs lieber als gut bezahlter Manager im Angestelltenverhältnis versucht, scheint sich Schumpeter mit seiner Theorie nicht geirrt zu haben.   

David Ricardo, 1772 bis 1823

Der Londoner Ökonom und Börsenmakler wurde durch Adam Smith inspiriert. Heute gilt er als Wegbereiter für die internationale Arbeitsteilung und die Globalisierung, sein Hauptwerk “Principles of Political Economy und Taxation“ erschien 1817.

Berühmtheit hat Ricardo durch die Formulierung seiner Theorie im Zusammenhang mit komparativen Kostenvorteilen erlangt. Diese besagt, dass jedes Land die Güter erzeugen und exportieren sollte, die es mit den geringsten Arbeitskosten selbst produzieren kann.  

Paul A. Samuelson

Der amerikanische Professor für Volkswirtschaftslehre und Nobelpreisträger hat zusammen mit William D. Nordhaus ein Buch über die Volkswirtschaftslehre verfasst, das als das beste und am leichtesten verständlichste Werk über dieses Fach gilt.

In seiner Forschung befasste sich Samuelson in erster Linie mit der Effizienz von Märkten und kam zu dem Ergebnis, dass langfristig niemand erfolgreicher sein kann als der Markt selbst. Insofern dürfte er passiven Investments wie ETFs vermutlich den Vorzug vor aktiven Fonds geben. 

Alfred Marshall, 1842 bis 1924

Der britische Professor wurde einst aus dem Dienst in Cambridge entlassen, nachdem er eine Beziehung mit einer seiner Studentinnen begonnen und diese später dann auch geheiratet hatte. Einige Jahre danach holte ihn Cambridge aber wieder zurück und Marshall wurde zu einem erstklassigen Lehrer und Forscher.

Er entwickelte ein Modell, das das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf einem Markt beschreibt, und dieses Modell hat bis heute Gültigkeit.   

Robert J. Stiller

Der 1946 geborene Wirtschaftswissenschaftler, der an der Yale Universität in den USA tätig ist, verfasste ein Buch namens „Irrationaler Überschwung“. In diesem Buch warnte er davor, dass die dot.com-Blase zu Beginn dieses Jahrhunderts platzen würde.

2003 sagte Stiller die nächste Katastrophe voraus, nämlich die Überhitzung des US-amerikanischen Immobilienmarktes. Schade, dass diese Warnungen und Bedenken offensichtlich nicht ernst genommen wurden.

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