Basiswissen: Investment in Aktien, Teil I

Basiswissen: Investment in Aktien, Teil I

Um langfristig Vermögen aufzubauen, führt heutzutage kaum ein Weg an Aktien vorbei. Doch während Aktien für Investoren zum Alltagsgeschäft gehören, tun sich private Anleger mit Aktien oft recht schwer.

Schließlich gelten Aktien, anders als beispielsweise Lebensversicherungen, Staatsanleihen oder Tagesgeldkonten, nicht unbedingt als sichere Geldanlagen. Neben den Verlustrisiken befürchten viele Sparer außerdem, dass sie sehr viel Wissen mitbringen und viel Zeit investieren müssen, wenn sie mit Aktien erfolgreich sein möchten.

Natürlich sollte sich der Anleger mit Aktien als Geldanlage vertraut machen, bevor er sich für ein Investment entscheidet. Allerdings gilt das auch für jedes andere Finanzprodukt. Und um einen Anfang zu machen, vermittelt unser mehrteiliger Ratgeber Basiswissen rund um ein Investment in Aktien.

 

Hier ist Teil I:

 

Warum ist es sinnvoll, Aktien zu kaufen?

Das derzeit sehr, sehr niedrige Zinsniveau führt dazu, dass sich viele Geldanlageprodukte unterm Strich nicht lohnen. Selbst wenn der Anleger ein paar Zinsen für sein angelegtes Kapital bekommt, kann es passieren, dass der Wert seiner Geldanlage von Jahr zu Jahr sinkt. Dies ist dann der Fall, wenn die Inflationsrate höher ist als die Verzinsung.

Es gibt zwar nach wie vor Tages- und Festgeldkonten sowie ein paar andere Finanzprodukte mit einem Zinssatz, der die Inflationsrate übersteigt. Viel mehr als den Werterhalt seines Anlagekapitals kann der Sparer mit den Finanzprodukten aber oft nicht erzielen. Nennenswerte Renditen sind kaum drin. Dies liegt daran, dass der Zinseszinseffekt eine entscheidende Rolle beim Vermögensaufbau spielt.

Ein Zinseszinseffekt macht sich aber erst dann wirklich bemerkbar, wenn die Verzinsung bei mindestens 5 Prozent liegt. Geldanlagen mit solchen Zinssätzen sind allerdings kaum noch zu finden. Deshalb lohnt sich der Blick auf die Börse, denn Aktien versprechen höhere Renditechancen. Anders als oft angenommen, sind Aktien auch keine Geldanlagen, mit denen Anleger immer wieder Unmengen an Geld an in den Sand gesetzt haben.

Ganz im Gegenteil belegen diverse Studien, dass Aktien allen Krisen zum Trotz zu den renditestärksten Anlagen gehören. Während sichere Staatsanleihen nämlich nur geringe Erträge abwerfen und kurzfristige Zinsanlagen stark vom aktuellen Zinsniveau abhängen, zeigen sich die Renditen bei Aktien auf lange Sicht gesehen vergleichsweise stabil.

Zwar können Krisen vorübergehend zu Verlusten führen, bislang haben sich die Aktienkurse aber jedes Mal auch wieder erholt.

 

Warum ist davon auszugehen, dass mit Aktien auch künftig Gewinne möglich sind?

Niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, wie sich die Weltwirtschaft, die Finanzmärkte und die Börsen entwickeln und wo sie in ein paar Jahren stehen werden. Allerdings gibt es zwei Faktoren, die die Wirtschaftsgeschichte als stabile Pfeiler begleiten.

Der erste Faktor ist das Wirtschaftswachstum. Der Wirtschaftshistoriker Angus Maddison hat ausgerechnet, dass die Weltwirtschaft seit über 2.000 Jahren kontinuierlich wächst. Während das jährliche Wirtschaftswachstum in den ersten 1.000 Jahren aber bei gerade einmal 0,01 Prozent lag, erhöhte es sich in den folgenden 820 Jahren schon auf 0,22 Prozent. Seit 1820 wächst die Weltwirtschaft jedes Jahr im Durchschnitt um 2,21 Prozent.

Ein Wirtschaftswachstum hat zur Folge, dass auch die Unternehmen größere Gewinne erzielen. Diese Gewinne sind der zweite Faktor und gleichzeitig die Grundlage für steigende Aktienkurse. Je höher nämlich die Gewinne sind, die ein Unternehmen pro Jahr erzielt, desto höher ist auch der Wert dieses Unternehmens und folglich sind auch seine Aktien wertvoller.

Studien haben bestätigt, dass sich steigende Gewinne langfristig in steigenden Aktienkursen widerspiegeln. Für den Anleger bedeutet das, dass er auf lange Sicht von Gewinnen mit Aktien ausgehen kann, wenn die Weltwirtschaft auch weiterhin wächst.

 

Warum schwanken Aktienkurse?

Die günstige Prognose für die Entwicklung der Aktienkurse und die möglichen Renditen bezieht sich grundsätzlich auf die langfristige Perspektive. Kurz- und mittelfristig müssen sich die Aktienkurse nicht unbedingt in dieselbe Richtung und mit dem gleichen Tempo bewegen wie das weltweite Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne.

Es ist vielmehr so, dass die kurz- und mittelfristigen Entwicklungen an den Aktienmärkten von anderen Faktoren beeinflusst werden.

 

Zu diesen Faktoren, die für die Kursschwankungen verantwortlich sind, gehören in erster Linie folgende:

  • Aktuelles Zinsniveau: Zu den größten Einflussfaktoren für die kurzfristigen Entwicklungen an den Börsen gehört die Geldpolitik der Notenbanken in Sachen Zinsniveau. Sinken die Zinsen, hat dies oft steigende Aktienkurse zur Folge. Ein Grund hierfür ist, dass niedrige Zinsen den aktuellen Wert von künftigen Gewinnen erhöhen.

Außerdem steigt die Attraktivität von Aktien als Geldanlage, wenn andere Finanzprodukte wie Lebensversicherungen, Anleihen oder Sparguthaben niedriger verzinst werden. Ein weiterer Grund ist, dass Unternehmen bei einem niedrigen Zinsniveau geringere Finanzierungskosten haben und Investitionen leichter und profitabler realisieren können. Dies wiederum begünstigt die Gewinnerwartungen. Umgekehrt führen steigende Zinsen oft dazu, dass die Aktienkurse fallen.

 

  • Konjunkturdaten und Stimmungsbarometer: Viele Daten und Informationen aus der Wirtschaft und der Gesellschaft hinterlassen auch an der Börse ihre Spuren. So wirken sich beispielsweise die jüngsten Zahlen zu den Arbeitsmärkten, Wirtschaftsprognosen oder Erhebungen zum Investitionsverhalten der Unternehmen auf das Kauf- und Verkaufverhalten von Aktionären aus. Gleiches gilt für Stimmungsbarometer. Zeigen Umfragen, dass die Verbraucher sorgenvoll und ängstlich in die Zukunft blicken, kann dies genauso zu Kursschwankungen führen wie die Nachricht, dass die Verbraucher in bester Kauflaune sind.

 

  • Risikobereitschaft: Wenn Krisen drohen oder sich schwierige Zeiten ankündigen, reagieren viele Anleger ängstlich. Oft verkaufen sie dann vermeintlich riskante Anlagen wie Aktien und investieren ihr Geld stattdessen in sichere Finanzprodukte und Sachwerte. Die Folge davon ist, dass die Aktienkurse fallen. Risikobereite Investoren nutzen diese Situation, um günstig Aktien zu kaufen. Hat sich die Lage beruhigt und weisen die Zukunftsaussichten in eine positive Richtung, investieren die Anleger ihr Geld wieder vermehrt in riskantere, aber auch renditestärkere Anlegen wie eben Aktien. Folglich klettern die Aktienkurse wieder nach oben.

 

  • Politische Einflüsse: Die Politik hat großen Einfluss auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Neue Gesetze, aktuelle Verordnungen, geschlossene Handelsabkommen oder neugeordnete Regulierungen bestimmter Marktbereiche können sich auf einzelne Branchen oder die gesamte Weltwirtschaft auswirken. Diese Auswirkungen wiederum werden meist auch an den Börsen spürbar.

 

  • Trends und Moden: Wie überall tauchen auch an den Börsen immer wieder Trends und Moden auf, die sich kurzfristig deutlich in den Aktienkursen bemerkbar machen können. Ein Beispiel hierfür war die fast schon euphorische Begeisterung für Unternehmen im Bereich Computertechnologien und Internet Ende der 1990er-Jahre. Meistens bleiben solche Trends aber nur kurze Episoden in der Börsengeschichte.

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